Aktualisiert 02.10.2012 07:32

Direktmandate unsicher

Opposition feiert Sieg nach Wahl in Georgien

Die Opposition kommt auf rund 56 Prozent der Stimmen. Ob aber ihr Führer Bidsina Iwanischwili neuer Präsident wird, steht noch nicht fest. Dennoch jubeln seine Anhänger bereits auf den Strassen.

Bei der Parlamentswahl in Georgien zeichnet sich ein Sieg für die Opposition ab. Das Sechs-Parteien- Bündnis unter Oppositionsführer Bidsina Iwanischwili soll auf 51,6 Prozent der Stimmen kommen.

Für die Partei Vereinigte Nationalbewegung von Präsident Micheil Saakaschwili votierten demnach nur 43,9 Prozent der Wähler, teilte die Wahlkommission in der Nacht auf Dienstag auf Basis erster offizieller Ergebnisse mit. Die Wahl in der früheren Sowjetrepublik wurde von mehr als 1600 internationalen Beobachtern verfolgt, hinzu kommen Zehntausende lokale Beobachter.

Wahlausgang noch offen

Iwanischwili hatte sich bereits nach der Veröffentlichung von ersten Nachwahlbefragungen zum Sieger erklärt. Allerdings könnte sein Bündnis immer noch verlieren, da fast die Hälfte der 150 Parlamentssitze an Direktkandidaten geht. Die Zahlen der Wahlkommission beziehen sich aber ebenso wie die Nachwahlbefragungen nicht auf die Direktmandate. Deren Ergebnisse lagen noch nicht vor.

Auftrieb gab der Opposition ein Gefängnisskandal, der in der vergangenen Woche landesweite Proteste zur Folge hatte. Die Videos von misshandelten Insassen wurden von zwei Fernsehsendern gezeigt, die der Opposition nahe stehen. Bis vor kurzem hatten die Umfragen auch dieses Mal auf einen Wahlsieg der Partei Saakaschwilis hingedeutet, der Skandal machte den klaren Vorsprung aber zunichte.

Vorwurf der autoritären Führung

Saakaschwilis Anhänger sehen Iwanischwili als Handlanger der Regierung in Moskau - ein Vorwurf, den der 56-Jährige zurückweist. Der Milliardär hat sein Vermögen vor allem in Russland gemacht.

Saakaschwili ist seit der sogenannten Rosenrevolution 2003 an der Macht. Oppositionsführer Iwanischwili wirft dem einstigen Helden der georgischen Demokratiebewegung eine inzwischen autoritäre Staatsführung vor. (sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.