Krise in Thailand: Opposition will eigene Regierung bilden
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Krise in ThailandOpposition will eigene Regierung bilden

Nach der Absetzung von Thailands Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra machen die Regierungsgegner Druck. Sie bezeichnen die Interimsregierung als nicht legitim.

Regierungsgegner demonstrieren mit einem Bildnis von Thailands  König  Bhumibol Adulyadej in Bangkok.

Regierungsgegner demonstrieren mit einem Bildnis von Thailands König Bhumibol Adulyadej in Bangkok.

In der Krise in Thailand haben die Oppositionsanhänger ihre Absicht verkündet, eine eigene Regierung zu bilden. Entsprechende Schritte würden am Freitag eingeleitet, sagte ein Sprecher der Protestbewegung, Akanat Promphan, am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP.

Die nach der Absetzung von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra durch das Verfassungsgericht berufene Interimsregierung sei «illegitim». Das Richtergremium hatte Yingluck am Mittwoch einstimmig des Machtmissbrauchs für schuldig befunden und sie gemeinsam mit neun Ministern aus dem Amt gefegt.

Neuwahlen im Juli

Um ein Machtvakuum in dem politisch instabilen südostasiatischen Land zu verhindern, wurde umgehend der thailändische Handelsminister Niwattumrong Boonsongpaisan zum Übergangsregierungschef ernannt.

Erneut Verletzte bei Protesten in Thailand

Das Urteil verschärfte die politische Dauerkrise in Thailand. Das Parlament war im Dezember aufgelöst worden, die vorgezogenen Neuwahlen im Februar, mit denen Yingluck eigentlich den Demonstranten den Wind aus den Segeln nehmen wollte, wurden von der Opposition boykottiert und später von der Justiz annulliert. Nun sollen am 20. Juli neue Wahlen stattfinden - doch die Opposition stellt sich weiterhin quer.

Thailands Regierung löst das Parlament auf

Weitere Zusammenstösse befürchtet

Die thailändische Gesellschaft ist tief gespalten. Bei der armen Bevölkerung in den ländlichen Gebieten im Norden und Nordosten des Königreichs hat der Shinawatra-Clan weiterhin grossen Rückhalt. Hinter den Regierungsgegnern stehen hingegen vor allem Royalisten, Geschäftsleute und Vertreter traditioneller Eliten aus Bangkok. Vor rund sechs Monaten war der Protest gegen die Regierung wieder aufgeflammt, bei schweren Krawallen starben 25 Menschen.

Die Demonstrationen flauten mittlerweile ab, auch wenn die Regierungsgegner weiter auf Bangkoks Strassen ausharren. Nun werden wieder Zusammenstösse befürchtet. (sda)

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