Aktualisiert 05.02.2017 18:54

LandtagswahlenOppositionsparteien legen in Liechtenstein zu

Schlappe für die grösste Partei Liechtensteins. Die Fortschrittliche Bürgerpartei (FBP) büsst fast fünf Prozent der Stimmen ein. Zulegen können die Unabhängigen und die Freie Liste.

von
jeb
Blick auf den Landtag in Vaduz.

Blick auf den Landtag in Vaduz.

Keystone/Gian Ehrenzeller

Die FBP verliert zwar 4,8 Prozent der Stimmen, bleibt aber dennoch wählerstärkste Partei (35,2 Prozent). Sie verliert jedoch einen Parlamentssitz an die Unabhängigen (DU). Wenig reissen konnte die zweite Grosspartei im Lande, die Vaterländische Union (VU). Sie legte um 0,2 Prozente zu und kam auf 33,7 Prozent der Wählerstimmen. «Damit hat die Partei das Wahlziel nicht erreicht», sagte VU-Parteipräsident Günther Fritz an der Elefantenrunde am Sonntagabend in Vaduz.

Sieger ohne Parteiprogramm

Als Wahlsiegerin feiern lassen dürfen sich die Unabhängigen (DU). Die Protestpartei ohne eigenes Parteiprogramm, die vor vier Jahren auf Anhieb vier Parlamentssitze gewann, holte sich ein zusätzliches Mandat und ist die nächsten vier Jahre mit fünf Vertretern im Parlament aktiv. DU erhöhte den Stimmenanteil um 3,1 Prozentpunkte auf 18,4 Prozent.

Die grün-alternative Freie Liste (FL) steigerte ihren Wähleranteil um 1,5 Prozentpunkte auf 12,6 Prozent. Auf die Zahl der Mandate hatte der Wählerzuwachs keinen Einfluss. Die Partei politisiert in der kommenden vierjährigen Legislaturperiode mit drei Abgeordneten.

Die Sitzverteilung im Liechtensteiner Parlament für die nächsten vier Jahre in der Übersicht: Fortschrittliche Bürgerpartei (FBP) 9 Sitze (-1), Vaterländische Union (VU) 8 (unverändert), die Unabhängigen (DU) 5 ( 1), Freie Liste (FL) 3 (unverändert).

Die FBP und die VU dürften ihre seit Jahrzehnten dauernde Regierungskoalition fortführen. Entsprechende erste Gespräche für eine Koalitionsvereinbarung werden in Vaduz in der Regel in der Woche nach den Wahlen geführt.

Ein Männer-Parlament

Einen Rückschlag erlebten die Politikerinnen bei den Wahlen. Dem neuen Parlament gehören nur noch drei Frauen an, vorher sassen fünf im Landtag. Traditionell hoch fiel die Stimmbeteiligung aus. Mit 77,8 Prozent unterschritt sie aber jene von vor vier Jahren um zwei Prozentpunkte.

(jeb/sda)

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