Luzern: Optimierte Kontrollen für Rentner am Steuer gefordert
Aktualisiert

LuzernOptimierte Kontrollen für Rentner am Steuer gefordert

Senioren bauen immer mehr Unfälle. Experten warnen vor Gefälligkeitsgutachten und fordern optimierte Kontrollen.

von
David Huber

In den letzten zehn Tagen waren gleich drei Senioren in der Zentralschweiz in einen Verkehrsunfall verwickelt. Über 70-Jährige müssen alle zwei Jahre bei einem Vertrauensarzt – oft dem Hausarzt – zur Kontrolle ihrer medizinischen Fahreignung. Für Roland Wiederkehr, den Gründer der Strassenopfer-Stiftung RoadCross, ist klar, dass diese ­Untersuchungen nicht vom Hausarzt gemacht werden dürfen. «Diese kennen ihre Patienten zu gut und würden auch mal einen Senioren zurück auf die Strasse lassen, der nicht mehr fahrtüchtig ist», so Wiederkehr.

«Die so genannten Gefälligkeitsgutachten sind zwar ­eine Schwäche des Systems», sagt Michael Rytz vom Verkehrsclub der Schweiz, «zu den Hausärzten hätten die ­Patienten aber grosses Vertrauen und würden bei einem negativen Entscheid auch besser auf sie hören.» Er fordert darum keine Abschaffung dieser Tests, sondern eine Optimierung. «Die Ärzte sollten auf jene Krankheiten aufmerksam gemacht werden, welche die Fahrsicherheit ­gefährden», fordert Rytz. «Möglich wäre auch, alternierend zum Arztbesuch eine Testfahrt zu machen», so ­Roland Wiederkehr von RoadCross.

Junge fahren gefährlicher

Trotz der Unfälle der letzten Tage ist für Michael Rytz vom Verkehrs-Club der Schweiz klar, dass die gefährlichsten ­Autofahrer nicht die Alten, sondern die Jungen sind. «Junge sehen zwar eher besser, fahren aber tendenziell schneller, eher alkoholisiert und risikoreicher als Senioren», so Rytz. Und ­Roland Wiederkehr, Gründer der Strassenopfer-Stiftung RoadCross, fügt an: «Junge ­Fahrer verursachen mehr und schlimmere Unfälle als Senioren.»

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