Gute Wirtschaftslage: Optimistische Exportstimmung bei KMU
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Gute WirtschaftslageOptimistische Exportstimmung bei KMU

Unter den Schweizer KMU ist die Exportstimmung so optimistisch wie seit zwei Jahren nicht mehr. Sämtliche Branchen erwarten steigende Exporte.

Auch gemäss dem Exportbarometer der Credit Suisse stehen die Zeichen auf Exportwachstum.

Auch gemäss dem Exportbarometer der Credit Suisse stehen die Zeichen auf Exportwachstum.

Die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in der Eurozone schlägt sich auch in der Stimmung bei den exportorientierten kleinen und mittleren Schweizer Unternehmen (KMU) nieder. Diese sind zu Beginn des dritten Quartals 2013 so optimistisch wie seit zwei Jahren nicht mehr. Sämtliche Branchen erwarten steigende Exporte.

Dies geht aus dem neusten KMU-Exportindikator von Credit Suisse und Switzerland Global Enterprise (S-GE, früher Osec) hervor. Als zentralen Erfolgsfaktor auf den Auslandmärkten sehen Schweizer KMU die Produktinnovation.

Das Exportbarometer der Credit Suisse, das die ausländische Nachfrage nach Schweizer Produkten abbildet, notiert zurzeit bei 0,62 (im Vorquartal: 0,45). Damit liege es klar über der Wachstumsschwelle von 0, aber nach wie vor unter dem langjährigen Durchschnitt von 1.

Exportwerte wir vor zwei Jahren

Die KMU-Exportperspektiven von S-GE haben sich gemäss Communiqué gegenüber dem Vorquartal nochmals verbessert: Sie erreichen einen Wert von 63,4 Punkten, gegenüber 60,4 Punkten zu Beginn des zweiten Quartals und 56,3 Punkten zu Jahresbeginn. Ein solch hoher Wert sei zuletzt vor zwei Jahren registriert worden, hiess es in der Mitteilung.

Der Wert errechnet sich aus der Exportstimmung der KMU für das dritte Quartal 2013 sowie den effektiven Exporten im Vorquartal. Auf der von 0 bis 100 reichenden Skala signalisierten Werte über 50 steigende Exporte.

Nur wenige KMU pessimistisch

Eine Mehrheit der 200 von S-GE befragten Unternehmen (53 Prozent) geht im kommenden Quartal von einer Stagnation ihres Exportvolumens aus. 39 Prozent erwarten mehr Exporte, nur 8 Prozent der KMU befürchten einen rückläufigen Aussenhandel. Damit habe sich der Trend von Stagnation in Richtung Wachstum fortgesetzt.

Auch gemäss dem CS-Exportbarometer stehen die Zeichen auf Exportwachstum. Dies wegen einer grösseren Nachfrage vor allem aus Grossbritannien, Japan, Osteuropa sowie aus den grossen Schwellenländern ausserhalb Asiens.

In der Eurozone liegen die Exporterwartungen zwar nach wie vor leicht im negativen Bereich. Trotzdem sind sie so hoch wie seit 16 Monaten nicht mehr. Sollte sich der Trend fortsetzen, dürfte die Schweizer Industrie im vierten Quartal 2013 wieder mit positiven Exporterwartungen in der Eurozone rechnen.

Zuversicht in allen Branchen

Wie die Umfrage von S-GE weiter ergab, steigen alle Sektoren optimistisch ins dritte Quartal 2013. Die Elektrotechnikbranche erwartet ein Wachstum von 6,7 Prozent. Ebenfalls zuversichtlich sind die Metallindustrie ( 4,6 Prozent), die Chemie-/Pharmabranche ( 4,4 Prozent), die Maschinenbauindustrie ( 4,1 Prozent), die Präzisionsindustrie ( 3,9 Prozent) und der Dienstleistungssektor ( 3 Prozent).

Die Unternehmen der Papierindustrie und die Konsumgüterhersteller erwarten nur ein leichtes Exportwachstum.

Vielfältige Gründe

Befragt nach den Gründen für die vermehrten Exporte verweist die Mehrheit der KMU auf Produktinnovation (54 Prozent). Auch verstärktes Marketing (44 Prozent) oder die Erholung des wirtschaftlichen Umfelds (29 Prozent) stimmen die Unternehmen positiv.

63 Prozent der KMU, die von rückläufigen Ausfuhren ausgehen, schreiben dies dem Konkurrenzdruck zu. Die schlechte Konjunktur wird von 45 Prozent der Unternehmen als Grund genannt. Ein weiterer relevanter Faktor sind Preissenkungen mit 32 Prozent der Nennungen. (sda)

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