Aufgeflogen – ORF ertappt ungeimpfte Wienerin beim Lockdown-Bruch
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AufgeflogenORF ertappt ungeimpfte Wienerin beim Lockdown-Bruch

Seit Montag gelten in Österreich strikte Ausgangssperren für Ungeimpfte. Allerdings halten sich nicht alle daran, wie ein ORF-Lokalaugenschein zeigt.

von
Reto Bollmann
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Diese Passantin verplapperte sich vor den ORF-Kameras. Obwohl ungeimpft, war sie shoppen.

Diese Passantin verplapperte sich vor den ORF-Kameras. Obwohl ungeimpft, war sie shoppen.

Screenshot ORF Wien
Seit Montag gilt in Österreich ein Lockdown für Ungeimpfte.

Seit Montag gilt in Österreich ein Lockdown für Ungeimpfte.

Matthias Balk/dpa
15’000 Lockdown-Kontrollen führten österreichische Beamte alleine am Montag durch.

15’000 Lockdown-Kontrollen führten österreichische Beamte alleine am Montag durch.

Matthias Balk/dpa

Darum gehts

  • Seit Montag gelten in Österreich strikte Ausgangssperren für Ungeimpfte.

  • Doch anscheinend halten sich nicht alle daran.

  • Eine Passantin hat sich vor laufenden ORF-Kameras verplappert und zugegeben, dass sie unegimpft einkaufen war.

  • Wird der Lockdown von den Behörden zu lasch überprüft?

  • «Die Polizisten leisten herausragende Arbeit», sagt Innenminister Karl Nehammer.

Angesichts der nach wie vor steigenden Infektionszahlen – allein binnen der vergangenen 24 Stunden wurden in Wien 1230 neue Corona-Fälle gemeldet – sind in Österreich schärfere Massnahmen für Ungeimpfte in Kraft getreten. Diese dürfen ab sofort nur noch zur Arbeit, zu einem Arztbesuch, zum Einkaufen in Supermärkte und Apotheken oder zur Erholung ins Freie.

2G-Kontrollnetz mit Schlupflöchern

Eigentlich sollte die Polizei im Auftrag der Gesundheitsbehörden durch stichprobenartige Kontrollen dafür sorgen, dass die Lockdown-Regeln eingehalten werden. Wer sich nicht daran hält, dem drohen zum Teil heftige Strafen von bis zu 1450 Euro. Wen die Beamten ohne 2G-Nachweis in einem Geschäft erwischen, der zahlt bis zu 500 Euro. So weit die Theorie.

In der Praxis sieht das ein wenig anders aus, wie ein Lokalaugenschein in der Donaustadt jetzt zeigt. Die ORF Wien-Reporterin Julia Korponay-Pfeifer befragt gleich mehrere Passantinnen und Passanten vor dem Donauzentrum nach ihrem «Lockdown-Erlebnis». Das Ergebnis: Von 2G-Kontrollen beim Betreten bzw. im Einkaufszentrum keine Spur.

15’000 Kontrollen an einem Tag

Eine junge Frau verplappert sich sogar vor den ORF-Kameras und erzählt freigiebig, sie sei in einer Drogerie und einem Kleidungsgeschäft einkaufen gewesen. Die Nachfrage der Reporterin, ob sie denn überhaupt einen 2G-Nachweis bei sich hätte, verneint die junge Frau überraschend: «Ich bin noch nicht geimpft».

Den Hinweis Korponay-Pfeifers, dass sie in diesem Fall eigentlich gar nicht das Kleidungsgeschäft hätte betreten dürfen, kontert die Passantin kurz und knapp: «Ich war».

Klar ist, die Polizei kann nicht immer und überall gleichzeitig zur Stelle sein. Doch dass man die 2G-Kontrollen nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte, belegt folgende Statistik: 15’000 Kontrollen führten die Beamten alleine am Montag durch, etwa 120 Personen wurden angezeigt und unzählige mündlich ermahnt.

«Die Polizisten leisten herausragende Arbeit und nehmen die wohl undankbare, aber wichtige Aufgabe der Kontrollen im öffentlichen Raum wahr. Das ist ein schwerer Dienst. Der Kontrolldruck wurde massiv verstärkt, und das wird auch in den nächsten Tagen so weitergehen», so Innenminister Karl Nehammer.

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