«Er sollte Job nicht dafür verlieren» - ORF-Moderator Rafreider bekommt nun Unterstützung auf Social Media
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«Er sollte Job nicht dafür verlieren»ORF-Moderator Rafreider bekommt nun Unterstützung auf Social Media

Mit seinem bizarren Auftritt beim «ZiB-Flash» war ORF-Moderator Roman Rafreider Zielscheibe für Spott und Häme auf Social Media. Inzwischen sehen das einige User aber anders.

von
Karin Leuthold

Am Dienstag sorgte der langjährige ORF-Moderator Roman Rafreider für Aufsehen. Der 52-Jährige wirkte im «ZiB-Flash» sichtlich beeinträchtigt.

20 Minuten

Darum gehts

Seit der «ZiB Nacht»-Sendung von Dienstagabend wird Moderator Roman Rafreider arg kritisiert – und sogar verhöhnt. Der ORF-Star war sichtlich beeinträchtigt, schaffte es nur mit viel Mühe durch die Sendung. Am Mittwoch wurde klar, dass der 52-Jährige unmittelbar vor seinem Einsatz von tragischen Umständen in seinem privaten Umfeld erfahren hatte.

Während einige Medien in Österreich darüber berichten, dass Rafreiders Vater in der vergangenen Nacht auf der Intensivstation gelegen – und inzwischen verstorben – sei, schreiben andere, dass Bekannte dies dementierten. So oder so: Rafreider erhält nun auch auf Social Media Unterstützung für den harten Moment, den er gerade erlebt.

Eine der ersten, die sich dazu äusserte, war die Schauspielerin Mavie Hörbiger. Sie habe Verständnis für seinen benommenen Auftritt, schreibt sie auf Twitter. Sie selber musste nach dem Tod ihres Vaters fast eine Vorstellung abbrechen, weil bei ihr «nichts mehr ging». Rafreider sollte seinen Job nicht verlieren, fordert die 42-Jährige.

Alkohol habe Rafreider vor der Sendung keinen zu sich genommen, hiess es von mehreren Seiten gegenüber «Heute». Vielmehr habe der Moderator seinen Zustand mit der Einnahme eines Beruhigungsmittels zu lindern versucht, um die Sendung moderieren zu können – ohne Erfolg. Seine «ZiB Nacht»-Moderation wurde praktisch sofort zum traurigen Internet-Hit.

Anders sieht es am Mittwochabend aus: Andere wären bei einer solchen Situation an Rafreiders Stelle «gleich zuhause geblieben», twittert eine Nutzerin. «Er hat die Sendung jedoch trotz allem noch gemacht! Hut ab!»

Was während der Sendung passiert sei, bezeichnet eine Userin als «Hilfeschrei». Dazu schreibt sie: «Jeder Mensch hat ein anderes Ventil für krasse Einschläge im Leben.»

Man müsse einen Menschen nicht gleich «digital henken», weil er einen schweren Fehler gemacht habe, findet ein User.

Dieser Meinung ist auch eine andere Nutzerin, die mehr Verständnis beim Publikum fordert. «Es sollte keine Häme geben», schreibt sie auf Twitter.

Die Verantwortung für den Faux-pas sieht eine Userin bei den ORF-Produzenten, denn sie hätten den Moderator nicht in dem Zustand auf Sendung gehen lassen sollen.

Keine Zeit, vor dem Auftritt beim ORF die Notbremse zu ziehen

Der ORF hat Roman Rafreider nach dem Vorfall umgehend suspendiert. «Der Fall und dienstrechtliche Konsequenzen werden heute von der Personalabteilung geprüft. Rafreider hat sich gestern Abend intern für den Vorfall entschuldigt und mit persönlichen Gründen erklärt», hiess es am Mittwoch aus dem ORF in einer offiziellen Stellungnahme.

Ein ORF-Mitarbeiter erklärte im Telefonat mit «Heute», warum niemand die Notbremse zog. Demnach habe sich Rafreider unmittelbar vor der Sendung rar gemacht, niemandem seinen Zustand bemerken lassen. Als er dann im Studio erschienen sei, seien es nur noch Minuten bis zur Sendung gewesen. Ein «ZiB Nacht»-Mitarbeiter: «Uns hat das Herz geblutet, aber wir mussten die Sendung durchziehen. Wir haben gehofft, dass er es irgendwie unfallfrei durch die Sendung schafft. Vergeblich.»

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