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Todesschütze packt aus«Osama Bin Laden starb wie eine Pussy»

Heute Abend will der Navy Seal Robert O'Neill genau schildern, wie er Osama Bin Laden mit drei Kopfschüssen tötete. Er sagt, der Terrorfürst sei voller Angst gestorben.

von
sut

Grossspurig ist er, und packend erzählen kann er auch. Seit Robert O'Neill vor einer Woche als Todesschütze bei der Exekution des Al-Kaida-Chefs Osama Bin Laden geoutet wurde, sorgen seine Wortmeldungen für Furore. Der 38-jährige, 2012 aus dem Dienst ausgetretene Angehörige der Elitetruppe Navy Seal hat noch einiges zu berichten – sehr zum Missfallen seiner früheren Kameraden in der Spezialeinheit, deren Name sich aus «Sea, Air, Land» – Meer, Luft, Land – zusammensetzt.

Die neusten Äusserungen O'Neills waren auf CNN zu hören. «Osama Bin Laden starb wie eine Pussy», sagte er am Wochenende in einem aus mehreren Audio-Interviews zusammengeschnittenen Beitrag. «Er starb voller Angst und er wusste, dass wir da waren, um ihn zu töten.»

Fluchender Motivationsredner

In den Gesprächen mit der freischaffenden Kriegsreporterin Alex Quade spricht O'Neill schnell und gewandt, passend zu seiner heutigen Tätigkeit als Motivationsredner. Doch zugleich wirkt er wie ein Haudegen und spart nicht mit Fluchwörtern. Die Negativität, die mit seiner Rolle einhergehe, «kümmert mich einen Scheiss», sagt der Todesschütze. «Wir haben ihn gekriegt.»

Wie der Sturm auf das Versteck des Al-Kaida-Führers am 2. Mai 2011 im pakistanischen Abottabad aus seiner Sicht ablief, erzählte O'Neill schon letztes Jahr unter dem Pseudonym The Shooter – der Schütze» – der Zeitschrift «Esquire». Nach der Landung der Helikopter mit den Elitesoldaten an Bord drang er zusammen mit fünf anderen Navy Seals in stockdunkler Nacht in den zweiten Stock des Anwesens vor.

«Peng, peng!»

Als Bin Laden in der Schlafzimmertür erschien, schoss ein Kollege auf ihn, verfehlte ihn aber. Dann betrat O'Neill als erster das Zimmer, worin der «verwirrt wirkende» Terrorboss seine jüngste Frau wie ein Schutzschild vor sich gehalten habe. Als er sich bewegte, «schoss ich auf ihn, zweimal in die Stirn», erzählte O'Neill dem «Esquire». «Peng, peng! Das zweite Mal während er absackte. Er landete am Boden vor seinem Bett und ich traf ihn noch einmal.»

Einen anderen Hergang als O'Neill schildert der Ex-Navy Seal Matt Bissonnette in seinem 2012 erschienenen Buch «Mission erfüllt – Navy Seals im Einsatz». Damals noch unter dem Pseudonym Mark Owen schrieb Bissonnette, Bin Laden sei vom ersten Schützen getroffen und verletzt worden. Erst als er sich am Boden gekrümmt habe, hätten er und O'Neill die tödlichen Schüsse auf ihn abgegeben.

Kritik der Vorgesetzten und Kameraden

Ob die eine oder die andere Darstellung stimmt: Beide Navy Seals kommen wegen ihres Vorpreschens bei Kollegen schlecht weg. Auf CNN sagte der Ex-Seal Jonathan Gilliam über O'Neill: «Er hat einen Rockstarkomplex, einen Ich-Ich-Komplex.» Gemäss dem Ethos der Navy Seals sollten die Mitglieder Geheimnisse wahren, anonym bleiben und nicht aus ihren Leistungen Kapital schlagen, schrieben zwei Kommandanten der Spezialtruppen in einem Protestbrief Ende Oktober. Als Reaktion auf den Brief wurde O'Neill dann vom Militärblog Sofrep vier Tage später geoutet.

Was von Robert O'Neill zu halten ist, wird das Fernsehpublikum diese Woche selbst entscheiden können. Am Dienstag und Mittwochabend strahlt Fox News eine zweistündige Reportage über Bin Ladens Killer aus.

CNN-Interview mit Robert O'Neill:

(Quelle: Youtube/CNN)

Die zweiteilige Reportage von Fox News über den Ex-Navy Seal Robert O'Neill wird am Dienstag und Mittwoch jeweils um 22 Uhr US-Ostküstenzeit ausgestrahlt. Interviewt vom erst 27-jährigen Reporter Peter Doocy, wird O'Neill über seine Karriere reden und erzählen, wie er mit anderen Navy Seals am 2. Mai 2011 ins Haus von Osama Bin Laden eindrang und den Al-Kaida-Boss mit drei Schüssen niederstreckte. Die Sendung wird nach ihrer Ausstrahlung zumindest in Teilen auf Foxnews.com verfügbar sein.

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