Druck der EBK: Ospel wurde zum Rücktritt «veranlasst»
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Druck der EBKOspel wurde zum Rücktritt «veranlasst»

Ging er oder wurde er gegangen? Was bisher nur gemunkelt wurde, scheint nun offiziell: Marcel Ospels Rücktritt als UBS-Präsident im April 2008 war nicht freiwillig – sondern wurde von der EBK erzwungen.

von
mlu

Es war die Eidgenössische Bankenkommission EBK, die Vorgängerin der Finanzmarktaufsicht Finma, die Ospel zum Rücktritt zwang. So steht es schwarz auf weiss im Bericht der Finma zur Finanzkrise: «In diesem Zusammenhang veranlasste die EBK Marcel Ospel am 20. März 2008, auf die ordentliche Generalversammlung vom 23. April 2008 hin vom Verwaltungsratspräsidium der UBS zurückzutreten.»

In einer Medienmitteilung der UBS am 1. April 2008 war das noch ganz anders zu lesen: «Marcel Ospel, Verwaltungsratspräsident von UBS, hat sich dazu entschlossen, auf die Kandidatur für eine Wiederwahl an der kommenden ordentlichen Generalversammlung vom 23. April 2008 zu verzichten.» Nach heutigem Kenntnisstand eine zumindest stark geschönigte Darstellung der Vorgänge.

Ganz überraschend ist der Inhalt des Finma-Berichts aber nicht. Bereits im April 2008 sagte der Kommunikationsverantwortliche der EBK, Alain Bichsel: «Wir haben mit Ospel und dem VR intensive Gespräche geführt und sind zur Überzeugung gelangt, dass ein personeller Wechsel eine Neuausrichtung unterstützen würde.»

Doch weshalb «veranlasste» die EBK Ospel zum Rücktritt? Sie hatte die UBS gezwungen, zusätzliches Eigenkapital aufzunehmen: 13 Milliarden durch die Ausgabe von Zwangsanleihen am 10. Dezember 2007. Doch das reichte nicht aus, Am 1. April 2008 musste die UBS auf Druck der EBK eine weitere Kapitalerhöhung um 16 Milliarden vornehmen. Im Zusammenhang mit dieser Erhöhung soll die EBK den Rücktritt Ospels veranlasst haben, schreibt die Finma in ihrem Bericht. Die UBS wollte gegenüber der Sendung «10vor10» keine Stellung zum Finma-Bericht nehmen.

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