Jetzt wird es wild: Ostern mal ganz anders
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Jetzt wird es wildOstern mal ganz anders

Wer in diesen Tagen keine Eier mag, Hasen doof findet und Schokolade nicht ausstehen kann, hat es schwer. Seit Wochen stehen die Osteraccessoires in den Läden zuvorderst und rauben den nicht osteraffinen Kunden den letzten Nerv.

von
Nina Ladina Kurz

Dass diese Festzeit nicht nur aus «Ostertütsch», Schoko-Hasen und Eiersuche besteht, beweist ein kurzer Blick über die Landesgrenze. So werden an Ostern auch gerne mal rohe Eier an die Kirchenwand geschmiert, eine Eierschlacht oder ein Osterpicknick auf dem Friedhof veranstaltet.

Als der Hase noch Eier legte

In grossen Teilen Europas gilt der Hase als Überbringer der Ostereier. Im 15. Jahrhundert, als Meister Lampe erstmals zur Symbolfigur wurde, hatte er aber noch eine weitere Aufgabe: Er lieferte die Ostereier nicht nur aus, sondern legte die Eier auch gleich selbst in ein von Kindern gebautes Nest aus Stroh. Diese Zeiten sind allerdings vorbei: Heute legt der Hase keine Eier mehr, sondern liefert sie nur noch aus. Es gibt aber auch hier Ausnahmen: In England zum Beispiel wurde der Hase in Rente geschickt und durch das Kaninchen ersetzt – und im Tirol bringen weder Hase noch Kaninchen die Eier, sondern das Huhn.

Russland: Osterbrunch auf dem Friedhof

Traditionell gibt es in der Schweiz am Karfreitag Fisch und am Ostersonntag oftmals Lamm. Als Dessert werden Osterkuchen und Kaffee aufgetischt. Viel wilder festen die Russen: Millionen pilgern am Ostersonntag auf die Friedhöfe und trinken an den Gräbern ihrer Angehörigen Wodka. Dieser Brauch, entstanden in der alten Sowjetzeit, hat sich zu einem richtigen Volksfest ent­wickelt. In Moskau wurde inzwischen wegen des grossen Andrangs sogar die Anzahl Buslinien zum Friedhof erhöht. Aufgetischt werden Kulitsch, ein Ostergebäck, und eine süsse Quarkspeise namens Pascha.

Die Ostereier-Schlacht beginnt

Das Spiel «Eiertütsch» ist einfach: Das Ei, dessen Schale beim Aufeinanderprallen zerbricht, hat verloren. Gespielt wird immer mit zwei unversehrten und gefärbten Eiern. Wer verliert, kann das Ei essen, der Gewinner sucht sich das nächste Opfer. So friedvoll ist es nicht überall: In Bulgarien werden die Ostereier nicht versteckt, sondern man bewirft sich mit ihnen. Derjenige, dessen Ei nicht zerbricht, ist Sieger und wird – so will es der Glaube – das erfolgreichste Familienmitglied des kommenden Jahres werden. Die noch unversehrten Eier werden nach der Mitternachtsmesse an der Kirchenwand aufgeschlagen – das soll ebenfalls Glück bringen.

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