Dauerbrenner Islam: Ostschweiz ist harter Boden für Moslems

Aktualisiert

Dauerbrenner IslamOstschweiz ist harter Boden für Moslems

Verbot von Kopftüchern, Widerstand gegen das geplante Begegnungszentrum: Das Thema Islam bewegt die Ostschweiz.

von
tso
Solche Bilder könnten in Heerbrugg bald der Vergangenheit angehören (Symbolbild).

Solche Bilder könnten in Heerbrugg bald der Vergangenheit angehören (Symbolbild).

Wieder ein Vorstoss zum Thema Islam: Der Thurgauer Kantonsrat Daniel Wittwer (EDU) will den islamischen Religionsunterricht an der Primarschule Kreuzlingen verbieten. Die ganze Islam-Debatte ist speziell in der Ostschweiz ein Dauerbrenner. Warum bewegt das Thema die Region dermassen?

Der Wiler SVP-Nationalrat Lukas Reimann sagt: «In der Ostschweiz leben vergleichsweise viele Muslime. Als grosse Minderheit stellen sie nun dreiste Forderungen.» So hätten die Muslime etwa ein Kopfbedeckungsverbot an Schulen umgehen wollen.

40'000 Moslems in der Region

«Wir umgehen nichts. Sind wir mit etwas nicht einverstanden, kämpfen wir mit legalen Mitteln», sagt dazu Hisham Maizar. Der Ostschweizer ist Präsident der Föderation islamischer Dachverbände Schweiz und leitet seit Kurzem auch den Schweizerischen Rat der Religionen. Dass in der Ostschweiz viele Muslime lebten (rund 40 000 in den Kantonen SG und TG), führe halt zu Reibungen: «Wir zeigen offen, wer wir sind und welche Werte wir leben.» Der Islam sei hierzulande noch immer fremd. «Es ist doch gut, wenn Fremde sich zu erkennen geben», so Maizar weiter.

Martine Brunschwig Graf, Präsidentin der eidg. Kommission gegen Rassismus, hält die Ostschweizer nicht für besonders islamfeindlich. Konflikte entstünden hier oft, weil die Behörden nicht von Anfang an klare Regeln aufgestellt hätten: «Die Kopftuch-Frage etwa wurde an Westschweizer Schulen schon vor Jahren geregelt.»

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