Fusion im Frauenfussball: Ostschweizer Kickerinnen wollen zurück zur Spitze
Aktualisiert

Fusion im FrauenfussballOstschweizer Kickerinnen wollen zurück zur Spitze

Der Ostschweizer Frauenfussball steckt in der Krise. Als letztes A-Team ist auch der FC Staad abgestiegen. Doch es gibt nun einen Plan für die Rückkehr.

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air
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Die Frauenmannschaften des FC Staad und des FC St. Gallen gaben am Mittwoch bekannt, dass sie in Zukunft zusammenspannen werden.

Die Frauenmannschaften des FC Staad und des FC St. Gallen gaben am Mittwoch bekannt, dass sie in Zukunft zusammenspannen werden.

zVg
Die FC Staad Frauen stiegen in dieser Saison aus der Nationalliga A, der höchsten Spielklasse, ab.

Die FC Staad Frauen stiegen in dieser Saison aus der Nationalliga A, der höchsten Spielklasse, ab.

Florian Heppberger
Und auch die FCSG-Frauen hinkten in dieser Saison hinterher und verpassten den Wiederaufstieg in die Nationalliga A.

Und auch die FCSG-Frauen hinkten in dieser Saison hinterher und verpassten den Wiederaufstieg in die Nationalliga A.

Karina Simonelli

«Hauptgrund des Abstieges ist die Ligareduktion von zehn auf acht Teams. Ansonsten hätten wir den Ligaerhalt geschafft»: Davon ist Luc Haltner, Vize-Präsident des FC Staad und Leiter der Frauenabteilung, überzeugt. Seine Mannschaft stieg diese Saison als letztes Ostschweizer Team aus der Nationalliga A ab. «Die grossen Vereine stecken immer mehr Geld in die Frauenteams und haben Budgets im hohen sechsstelligen Bereich», erklärt Haltner. Da könne der kleine Dorfverein Staad in keiner Weise mithalten. «Staad ist ein Ausbildungsverein. Sobald eine Spielerin den Sprung in die Nationalteams schafft, wird sie von einem grossen Verein abgeworben.» Der FC Basel etwa könne den Spielerinnen Wohnung, Arbeitsstelle sowie Entlöhnung bieten. «Für den FC Staad ist das ohne grosse Sponsoren schlicht nicht möglich», so Haltner ernüchtert.

Nicht mit Männerfussball zu vergleichen

Der Abstieg ist ein weiteres Kapitel einer Ostschweizer Leidensgeschichte. Denn die Frauen des FC St. Gallen erwischte es schon in der Saison 2015/16. Man peilte danach den Wiederaufstieg an. «Ein direkter Aufstieg schien uns aufgrund der Reduktion der Anzahl NLA-Teams jedoch eher unwahrscheinlich», erklärt Brigitta Mettler, Präsidentin der FCSG-Frauen.

Auch sie spricht die Dimensionen des Frauenfussballs an: «Während der Männerfussball ein Profibetrieb ist, arbeiten die Frauen trotz vier bis sechs Trainings pro Woche und Spielen an den Wochenenden alle Vollzeit in ihrem Beruf oder sind im Studium.» Im Gegensatz zu den Männern des FC St. Gallen, die 2012 aus eigener Kraft den Wiederaufstieg in die höchste Spielklasse schafften, hat man einen anderen Plan.

Gemeinsam zurück in die Nationalliga A

So teilten die Verantwortlichen des FC Staad und des FC St. Gallen am Mittwoch mit, ab nächster Saison mit einem gemeinsamen Frauenteam in der Nationalliga B anzutreten. Das Team trägt den Namen FC St. Gallen-Staad. Das Ziel sei, dass in der neu noch acht Clubs umfassenden Nationalliga A wieder ein Top-Team aus der Ostschweiz spiele. Anfang Juli beginne das gemeinsame Training, bald wird auch der Trainerstaff zusammengestellt.

«Wir befürworten die Idee und finden es durchaus realistisch, dass die Ostschweiz so wieder ein Team in der Nationalliga A haben könnte», sagt Marco Von Ah, Sprecher des Schweizerischen Fussballverbands. Die Liga habe man vor allem aus Qualitätsgründen verkleinert. «In einer stärkeren Liga können sich die Spielerinnen auch besser entwickeln», so Von Ah. Dies sehe man etwa an der ersten WM-Teilnahme 2015 der Schweizer Frauen-Nationalmannschaft oder an der ersten EM-Teilnahme in diesem Jahr.

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