Wiedergefunden: Ostschweizer möchte Glocke hängen sehen
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WiedergefundenOstschweizer möchte Glocke hängen sehen

Ein Rorschacher findet auf einem Estrich eine alte Hafenglocke. Nun möchte er mit einer Petition erreichen, dass die Glocke wieder an ihrem ursprünglichen Ort hängt.

von
jeh
Fred Schupisser mit der wiedergefundenen Nebelglocke. (Bild: jeh)

Fred Schupisser mit der wiedergefundenen Nebelglocke. (Bild: jeh)

Beim Stöbern auf dem Estrich des Kornhauses in Rorschach hat der Ostschweizer Fred Schupisser eine alte Nebelglocke wiedergefunden. Das Rorschacher Original schloss einen Vertrag mit dem Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt St. Gallen, in dem festgehalten wurde, dass Schupisser die Glocke leihweise bekommt. In seinem Sammelsurium an der Kirchstrasse hat der 62-Jährige das Fundstück nun der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Zurück an alte Wirkungsstätte

Doch mit der Ausstellung ist es für Schupisser nicht getan. Er möchte die historische Glocke wieder an ihrem Platz am Ufer des Bodensees hängen sehen und hat deshalb eine Petition lanciert. Auch das Häuschen, an dem die Glocke dann angebracht werden soll, möchte er mit Hilfe von Schreinern aus der Bodenseeregion wieder aufbauen, wie Schupisser gegenüber 20 Minuten sagt. Er wolle den Rorschachern einen Teil des Stadtbildes aus den 1970er Jahren zurückgeben.

Hilfe bei Nebel

Die Glocke stammt aus dem Jahr 1887. Ihr Läuten half den Kapitänen, sicher in den Hafen zu finden. Etwa aus jener Zeit stammte auch das Nebelhäuschen, in dem die Glocke aufgehängt war. Als im Frühling 1970 ein Lastwagen einen der tragenden Pfosten des ohnehin morschen Häuschens beschädigte, fand sich im Kantonsbauamt niemand, der das Gebäude erhalten wollte. Bevor sich Widerstand gegen einen Abbruch regen konnte, wurde das Häuschen am 15. Juni 1970 abgerissen, «in einer illegalen Nacht- und Nebelaktion», wie Schupisser anmerkt. Viele Rorschacher beklagten damals den Verlust. Die Nebelglocke aber blieb für Jahre verschwunden.

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