25.07.2020 03:07

Projektarbeit

Ostschweizer Studentinnen erhalten mit Sexspiel internationalen Award

Estelle Müller und Nina Boschetti haben das Onlinespiel «No Shame In The Game» kreiert. Es soll jungen Mädchen dabei helfen, offener über ihre Sexualität zu sprechen. Dafür haben sie einen internationalen Award erhalten.

von
Jil Rietmann
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Estelle Müller und Nina Boschetti haben mit einem Sexspiel den internationalen D&AD New Blood Award für die beste Projektarbeit abgeräumt.

Estelle Müller und Nina Boschetti haben mit einem Sexspiel den internationalen D&AD New Blood Award für die beste Projektarbeit abgeräumt.

Privat
Für ihre fünfte Projektarbeit an der höheren Fachschule Visuelle Gestaltung in St. Gallen konnten sie sich zwischen fünf Themen des D&AD New Blood Award entscheiden.

Für ihre fünfte Projektarbeit an der höheren Fachschule Visuelle Gestaltung in St. Gallen konnten sie sich zwischen fünf Themen des D&AD New Blood Award entscheiden.

gbs.ch
Ihr Thema war die weibliche Lust und das sexuelle Wohlbefinden. Ziel war es, dass es jungen Mädchen einfacher fällt, über ihre Sexualität zu sprechen.

Ihr Thema war die weibliche Lust und das sexuelle Wohlbefinden. Ziel war es, dass es jungen Mädchen einfacher fällt, über ihre Sexualität zu sprechen.

Privat

Darum gehts

  • Zwei Absolventinnen der Höheren Fachschule Visuelle Gestaltung in St. Gallen haben den D&AD New Blood Award gewonnen.
  • Das Thema ist die weibliche Sexualität.
  • Das Ziel der beiden Ostschweizerinnen ist es, dass es jungen Mädchen einfacher fällt, über ihre Sexualität zu sprechen.
  • Dabei herausgekommen ist ein Onlinespiel mit vier Kategorien rund ums Thema weibliche Sexualität.

Nina Boschetti und Estelle Müller haben diesen Sommer nicht nur die Höhere Fachschule Visuelle Gestaltung an der Schule für Gestaltung in St. Gallen abgeschlossen, sondern auch noch den D&AD New Blood Award aus London für die beste Projektarbeit abgeräumt, wie das «St. Galler Tagblatt» berichtet. Das haben sie mit einem Sexspiel geschafft. Ihr Thema war die weibliche Sexualität.

Damit es jungen Mädchen einfacher fällt, über ihre Sexualität zu sprechen, haben die 26-jährige Müller und die 27-jährige Boschetti ein Onlinespiel entworfen. Ihrer Meinung nach fällt es leichter, über die Sexualität zu sprechen, je öfter man es tut. «Wir dachten, wir übermitteln den jungen Mädchen die Aufklärung spielerisch, was ja auch zielgruppengerecht ist», sagt Boschetti zu 20 Minuten. Beim Thema Sexualität gehe es oft nur um Männer, das sexuelle Wohlbefinden der Frauen werde dagegen selten thematisiert.

Hier wird das Online-Sexspiel von Estelle Müller und Nina Boschetti erklärt.

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Angefangen hat das ganze Projekt im vergangenen Herbst. Für ihre fünfte Semesterarbeit konnten sich die beiden und ihre Mitschüler für eine von den fünf ausgeschriebenen Aufgaben des D&AD New Blood Award entscheiden. Das Thema weibliche Sexualität hat die zwei jungen Ostschweizerinnen angesprochen. Dann ging es auch schon an die Umsetzung des Spiels. «Wir haben uns dazu entschieden, das Spiel in vier Kategorien zu unterteilen. Es sollte ein Mix aus persönlichen und Aufklärungsfragen werden», so Boschetti. Wichtig war ihnen vor allem, dass es keine falschen Antworten auf die Fragen gibt. «Es muss für sich selbst stimmen.»

«No Shame In The Game» als Aufklärungsspiel

Die beiden Studentinnen haben sich dann in die Rolle eines Teenies hineinversetzt und sich selbst gefragt, welche Fragen sie dazumal beschäftigt haben. «Da wir natürlich schon einiges über das Thema wissen, fragt man sich, was für die Jungen heute interessant ist. Wir haben viel recherchiert und uns in Teenie-Blogs eingelesen, um herauszufinden, was momentan für die jungen Girls wichtig ist», erzählt Boschetti. Das Endresultat: «No Shame In The Game», also, keine Scham im Spiel.

Wie es nun für das Spiel weitergeht und ob es auch realisiert wird, wissen die beiden noch nicht. Neben Estelle Müller und Nina Boschetti haben zwölf weitere Teams eine Arbeit zu dem Thema eingereicht und sind ausgezeichnet worden.

Was sie aber ganz bestimmt erhalten, ist die Auszeichnung in Form eines «Pencils». «Eigentlich hätte es noch eine Zeremonie gegeben, die fällt wegen Corona aber leider weg», so Boschetti. Die jungen Frauen könnten sich vorstellen, das Spiel auch unabhängig des Awards zu realisieren. «Das wäre mega cool und könnte in der Schweiz auch ganz gut klappen», ist sie überzeugt.

D&AD New Blood Award

Grosse Unternehmen wie zum Beispiel Nike, Burger King oder in diesem Fall Teen Vogue und The Case For Her schreiben für den D&AD New Blood Award in London Aufträge für junge Designstudentinnen und -studenten aus. Dieses Jahr waren es Aufträge wie eine Marke für einen E-Bike-Verleih designen, einen Energydrink entwerfen oder eben die weibliche Lust und das sexuelle Wohlbefinden thematisieren. Die Studenten reichen danach ihre Arbeiten für den Award ein. Die Unternehmen entscheiden dann, welche Arbeiten sie in die Realität umsetzen.

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7 Kommentare
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Heinz aus Tramelan

26.07.2020, 03:02

Finde ich super cool, gute Idee. Aber, warum nicht hübsche Frauen für so eine Sache?

Grundsätzlich

25.07.2020, 07:06

Ich bin dagegen!

Ärklärbär

25.07.2020, 06:42

Bei Studentinnen habe ich aufgehört zu lesen....