Aktualisiert 19.12.2006 22:57

Ostschweizer Tannenwälder als Selbstbedienungsläden

In den Wäldern treiben Christbaumdiebe ihr Unwesen – zum grossen Ärger der Förster und Waldbesitzer.

Weihnachten rückt immer näher – und dazu gehört auch ein Christbaum. Nicht jeder erwirbt sein Bäumchen aber legal: «Jedes Jahr werden in meinem Revier zu Weihnachten rund 15 Christbäume gestohlen», sagt Förster Hansruedi Ammann aus Thal. «Ich bin seit 31 Jahren Förster und habe noch nie jemanden in flagranti erwischt», sagt Ammann. Ein Problem sei dieses Jahr zudem, dass man ohne den Schnee die Spuren der Baumdiebe nicht sehe, so Ammann. «Darum entdecke ich abgesägte Baumstämme nur zufällig.»

Mancher Tännli-Diebstahl erweist sich laut Ammann aber auch als Reinfall: «Kleintannen sind oft mit Wildschutzmittel versehen, und dies kann daheim in der Stube zu ziemlichem Gestank führen», schmunzelt der Förster.

Auch in St. Gallen kennt man das Problem: «Ich habe in letzter Zeit einige Leute in flagranti erwischt, wie sie Zweige von den Bäumen abschnitten», sagt Revierförster Walter Link aus St. Gallen. Er habe die Missetäter aus dem Wald gewiesen und verwarnt, so Link. Aber nicht jeder kommt so leicht davon: «Wer im Wald einen Christbaum stiehlt, kann wegen Diebstahl angezeigt werden», sagt Walter Eggenberger, Sprecher der St. Galler Kantonspolizei.

Andrea Huser

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