Osttimor: Auch Regierungschef nimmt den Hut
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Osttimor: Auch Regierungschef nimmt den Hut

Der umstrittene Regierungschef Osttimors, Mari Alkatiri, ist am Montag zurückgetreten. Er reagiert damit spät auf die schwere Krise, in der das Land steckt.

Staatspräsident Xanana Gusmão hatte Alkatiri in der vergangenen Woche ultimativ aufgefordert, die Verantwortung für die Krise zu übernehmen, die seit Monaten das kleine Land erschüttert.

Lange vor Rücktritt gesträubt

Der Machtkampf an der Staatsspitze hatte sich am Sonntag noch einmal verschärft. Präsident Xanana Gusmão musste eine schwere Niederlage gegen Alkatiri hinnehmen, weil die regierende Fretilin- Partei trotz der Rücktrittsdrohungen Gusmãos an ihrem umstrittenen Ministerpräsidenten festgehalten hatte.

Aus Protest gegen die Entscheidung der Fretilin reichten Aussen- und Verteidigungsminister José Ramos-Horta sowie Verkehrsminister Ovidio de Jesus Amaral und Vize-Gesundheitsminister Luis Lobato ihren Rücktritt ein.

Gewalt hat Osttimor aufgerüttelt

In Osttimor waren bei schweren Unruhen im Mai mindestens 21 Menschen getötet worden. Auslöser war im April die Entlassung von rund 600 der insgesamt 1400 Soldaten, die Alkatiri angeordnet hatte. Rund 2200 ausländische Soldaten wurden zur Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung in das kleine Land entsandt.

Dem Ministerpräsidenten werden nicht nur die Unruhen in Osttimor angelastet; er soll zudem Todesschwadronen auf seine politischen Gegner angesetzt haben.

(sda)

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