Aktualisiert 29.03.2011 22:44

ElfenbeinküsteOuttara-Kämpfer nehmen mehrere Städte ein

In der Elfenbeinküste bringen Truppen des international anerkannten Präsidenten Alassane Ouattara immer mehr Städte unter ihre Kontrolle. 20 000 Menschen sind während der Kämpfe geflohen.

Truppen des international anerkannten Präsidenten der Elfenbeinküste, Alassane Ouattara, haben nach eigenen Angaben zwei weitere Städte eingenommen und sind damit ins Landesinnere vorgestossen. Wie Hauptmann Leon Alla am Dienstag mitteilte, brachten Outtara-treue Kämpfer die strategisch wichtige Stadt Daloa sowie die Stadt Bondoukou unter ihre Kontrolle. Erst am Montag hatte Alla die Einnahme der Grossstadt Duékoué gemeldet.

Die im Westen der Elfenbeinküste gelegene Stadt Daloa verfügt über einen Flughafen und liegt an einer Hauptverkehrsader. Von dort aus führen Strassen in die von Truppen des abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo gehaltene Hauptstadt Yamoussoukro und zur südlichen Hafenstadt San Pedro, die sich ebenfalls in der Hand von Gbagbo-Anhängern befindet. Berater Ouattaras gehen davon aus, dass Gbagbo seinen Posten räumen und ins Exil gehen würde, wenn entweder Yamoussoukro oder San Pedro fielen. Die Stadt Bondoukou liegt im Osten des Landes.

20 000 Menschen geflohen

Nach UN-Angaben hielten die Kämpfe in Daloa und Bondouko am Dienstag an. In Duékoué hätten rund 20 000 Menschen Zuflucht in der katholischen Mission gesucht, sagte Jacques Seurt vom Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR). Seit der Präsidentschaftswahl im November sind nach UNHCR-Angaben über eine Million Menschen vor den Kämpfen geflohen. Die meisten aus der Stadt Abidjan.

Die Vereinten Nationen berichteten am Dienstag, dass Rebellen am Vortag einen UN-Aufklärungshubschrauber beschossen hätten. Die Schüsse verfehlten den Hubschrauber, dennoch stelle der Angriff ein Kriegsverbrechen dar, hiess es vonseiten der UN.

Nach seiner Niederlage bei der Präsidentschaftswahl weigerte sich Gbagbo, das Präsidentenamt an Ouattara abzugeben. Internationale Beobachter befürchten, dass die seit Monaten anhaltenden Konflikte zwischen den beiden Lagern zu einem Bürgerkrieg in dem westafrikanischen Land führen könnten. (dapd)

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