Geländereinsturz: Oxa gibt Zürich die Schuld

Aktualisiert

GeländereinsturzOxa gibt Zürich die Schuld

Erstmals nach dem tragischen Unfall vor dem Zürcher Klub Oxa meldet sich die Geschäftsführung zu Wort. Sie sieht kein Fehlverhalten bei der Einlasspolitik und schiebt den schwarzen Peter der Stadt Zürich zu.

von
Amir Mustedanagic

Mehrere Dutzend Jugendliche stürzten in der Nacht auf Sonntag vor dem Zürcher Club Oxa in ein ausgetrocknetes Bachbett. Ersten Erkenntnissen zufolge gab das Geländer vor dem Club unter dem Druck mehrerer hundert Partygänger nach (20 Minuten Online berichtete). Der Grund des Andranges: Der Eintritt war ausnahmsweise bereits ab 16 Jahren und wer vor 23 Uhr kam, zahlte nur zehn statt 30 Franken. Entsprechend lange war die Schlange bereits um 22 Uhr und wurde immer länger. Mit der Zeit kippte die Stimmung: «Die Leute begannen zu stossen und zu schieben, drängelten sich vorbei», so ein Augenzeuge gegenüber 20 Minuten Online. Um 22:45 Uhr kommt es zum tragischen Zwischenfall – das Geländer bricht.

Die Klubbetreiber tauchten in der Folge ab: Weder am Sonntag noch im Verlaufe des Montagmorgens sind sie für die Medien zu erreichen. Erst auf mehrmalige Anfrage von 20 Minuten Online schickt die Geschäftleitung am Montagnachmittag ein Communiqué: «Wir bedauern den Unfall auf der Andreasstrasse vor dem Eingang zum OXA zutiefst», schreibt Geschäftleiter Ramesh Pednekar darin. Man hoffe, dass die Verletzten bald genesen. Ein persönliches Gespräch lehnt man ab: «Leider müssen wir Interviews ablehnen», so Pednekar weiter. Die Frage nach dem Warum bleibt unbeantwortet.

Die Stadt solle das Geländer «verbessern»

Die Geschäftsleitung ist sich gemäss Stellungnahme keines Fehlverhaltens bewusst: Das Oxa habe «wie üblich» die Gäste kanalisiert und es komme «sehr oft» vor, dass mehrere hundert Gäste vor dem OXA warten, schreibt Pednekar weiter und kommt zum Schluss: «Unser Einlasskonzept war korrekt.» Für den Klub liegt die Schuld gemäss Stellungnahme bei den Monteuren des Geländers: «Wir vermuten, dass ein Teilstück des Geländers offenbar nicht optimal montiert wurde», erklärt Geschäftsführer Pednekar und schiebt damit den schwarzen Peter an die Verantwortlichen der Stadt weiter. Er fordert, dass die Stadt Zürich die Befestigungsart des Geländers verbessert.

Plötzlich ging es ganz schnell

Das Geländer habe den üblichen Sicherheitsnormen entsprochen, sagt Cornelia Schreier, Leiterin Kommunikation Tiefbauamt der Stadt Zürich. Ob diese aber einen derartigen Andrang bewältigen können und können sollten, werde abgeklärt. Im Moment sei dies aber in erster Linie Aufgabe der Polizei. Die Stadt kläre zur Zeit ab, bei wem die Verantwortung für das Geländer liegt – der Stadt Zürich oder dem Kanton.

Dem Oxa ist das egal: Gemäss eigener Aussage habe man nichts falsch gemacht – im Gegenteil. Der Sicherheitsdienst habe «sehr schnell und professionell» reagiert, heisst es in der Stellungnahme weiter. Damit die Rettungskräfte zum Unfallort gelangen konnten, habe man sogar «die circa 200 wartenden Personen, welche den Weg versperrten, sofort kostenlos in den Club gelassen». Stellt sich nur die Frage, warum man nicht bereits zuvor einige Leute hineingelassen hat - «sehr schnell und professionell». Eine Antwort blieb die Geschäftsführung schuldig.

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