Heiden AR: Paar will Kinder auf Sugus-Suche locken
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Heiden ARPaar will Kinder auf Sugus-Suche locken

Ein junges Paar soll in Heiden versucht haben, zwei Kinder in den Wald zu locken. Was die beiden genau wollten, ist unklar. Die Polizei geht der Sache nach.

von
vro
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Hier wurden am Samstag zwei Kinder von einem fremden Paar angesprochen. Sie fragten die Kleinen, ob sie mit ihnen in den Wald zum Sugus-Sammeln gehen möchten, berichtet die Familie des einen Kindes.

Hier wurden am Samstag zwei Kinder von einem fremden Paar angesprochen. Sie fragten die Kleinen, ob sie mit ihnen in den Wald zum Sugus-Sammeln gehen möchten, berichtet die Familie des einen Kindes.

zvg
Doch der 15-jährige Kemal E. beobachtete das Paar.

Doch der 15-jährige Kemal E. beobachtete das Paar.

Weil er misstrauisch war, rief er die beiden Kinder ins Haus.

Weil er misstrauisch war, rief er die beiden Kinder ins Haus.

zvg

Kemal E.* ist besorgt. Am Samstagnachmittag hat er seine neunjährige Schwester und den vierjährigen Nachbarsbub beobachtet, wie die beiden von einem jungen Paar angesprochen wurden, als sie vor dem Haus in Heiden AR spielten. «Als die Leute mich am Fenster sahen, gingen sie», sagt der 15-Jährige. Er habe die Kinder ins Haus gerufen und nachgefragt, was das Paar wollte.

«Meine Schwester sagte mir, die zwei hätten gefragt, ob sie mit ihnen im Wald Sugus sammeln gehen wollten», so Kemal. Die rund 20-jährigen Fremden hätten zudem wissen wollen, ob die beiden Spielkameraden Geschwister seien und wo sie wohnen.

«Bub fragte Vater, ob er mitgehen darf»

Kemal war schon misstrauisch geworden, als er die beiden Fremden draussen erblickt hatte. Die Aussagen seiner Schwester verstärkten dieses Gefühl weiter. «Ich habe ihnen erklärt, was hätte passieren können, wenn sie einfach mitgegangen wären.» Kemal versuchte dem Paar noch zu folgen, es war jedoch bereits verschwunden, wie er sagt.

Auch seine Mutter setzte sich mit der Neunjährigen zusammen. «Wir haben sie aufgeklärt. In diesem Alter denkt man halt noch nicht so weit», sagt sie zu 20 Minuten. Tatsächlich war der vierjährige Nachbarsjunge zu seinem Vater gegangen, nachdem er und seine Spielgefährtin angesprochen worden waren. «Er fragte ihn, ob er mit dem Paar mitgehen dürfe», erzählen Kemal und seine Mutter. Auch der Nachbar war sofort in Alarmbereitschaft.

«Bin froh, ist nichts passiert»

Nach Angaben von Kemals Schwester war das Paar mit einem grossen, schwarzen Auto gekommen. Dieses hätten die beiden zuvor im naheliegenden Wald abgestellt und seien dann zu Fuss zurückgekehrt. Das Kennzeichen konnte sich die Neunjährige nicht merken.

«Als ich das mit dem Sugus-Sammeln hörte, machte es in meinem Kopf ‹Klick›», sagt die Mutter. «Ich bin froh dass nichts passiert ist.» Ihr war klar, dass sie reagieren musste: «Schliesslich gibt es hier noch weitere Kinder.» Ihr Nachbar sei auch gleich herüber gekommen. Gemeinsam hätten sie überlegt, was sie tun sollten. Schliesslich meldete Kemal den Vorfall am Sonntag bei der Polizei, wie er sagt. Auf Facebook hat er zudem einen Aufruf gestartet, um Hinweise zum unbekannten Paar zu bekommen.

Möglichst schnell der Polizei melden

«Wir nehmen solche Meldungen sehr ernst», sagt Hanspeter Saxer, stellvertretender Chef Regional- und Verkehrspolizei der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden. Die Polizei werde nun mit der Familie das Gespräch suchen. Wichtig sei, dass solche Fälle immer möglichst schnell gemeldet werden, damit man reagieren könne. Auch dann, wenn sich der Verdacht schliesslich als unbegründet erweise.

*Name der Redaktion bekannt

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