Nachwuchs: Paare setzen auf die Retorte
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NachwuchsPaare setzen auf die Retorte

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Paare mit unerfülltem Kinderwunsch wenden sich an eine Klinik. Auch im Berner Inselspital geben sich Hilfesuchende die Klinke in die Hand.

von
Nina Jecker

4553 Termine nahmen Paare 2007 im Inselspital wahr, um sich dort den Wunsch nach einem eigenen Kind erfüllen zu lassen. Im Vorjahr waren es rund 450 Konsultationen weniger gewesen. «Die stetige Zunahme ist deutlich spürbar», sagt Reproduktionsexperte Alessandro Santi vom Inselspital. Bisher konnten zwar in den meisten Fällen lange Wartezeiten für Paare vermieden werden. «Weil die Nachfrage aber weiter zunimmt, stellen wir nächstes Jahr mehr Personal ein», so Santi.

Gründe für den Zulauf seien unter anderem die steigende Anzahl von Männern mit schlechter Spermienqualität und das höhere Alter, in dem sich Frauen für Kinder entscheiden.

Die Folgen spürt man auch im Labor des Berner Lindenhofspitals, wo ebenfalls Eizellen im Reagenzglas befruchtet werden. «Die Nachfrage steigt stetig etwas an», sagt Laborleiter Patrick Glanzmann. Und fügt an: «Damit die sinkende Geburtenzahlen nicht irgendwann zum gesellschaftlichen Problem werden, sollten die Krankenkassen die Paare finanziell unterstützen.» Eine komplette Behandlung mit künstlicher Befruchtung kostet nämlich rund 7000 Franken.

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