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Tiere des DrogenbossesPablo Escobars Nilpferde bedrohen Dörfer

Seit dem Tod des kolumbianischen Drogenbosses ist dessen Nilpferdherde auf 60 Stück angewachsen – und völlig verwildert.

von
cfr

Giraffen, Strausse, Antilopen, Nashörner, Nilpferde: Der kolumbianische Drogenkönig Pablo Escobar, dem die Netflix-Serie «Narcos» gewidmet ist, betrieb auf seinem Anwesen Hacienda Napoles im kolumbianischen Puerto Triunfo einen ganzen Zoo. Nach Escobars Tod 1993 durften die Flusspferde bleiben – und vermehrten sich. 60 Tiere sollen es inzwischen sein.

Eine Dürre hat die Tiere jetzt aus dem Magdalena-Fluss gezwungen. Der Hunger trieb zwei der Nilpferde in die umliegenden Dörfer, wie BBC berichtet. Anwohner sichteten die beiden neben Rindern grasen und durch Ortschaften streunen (siehe Video unten).

6 Schwimmbecken, Autorennbahn, Stierkampf-Arena

Behörden warnen, sich den Säugetieren nicht zu nähern und diese nicht zu reizen. Biologen sollen die Nilpferde betäuben und an einen Ort bringen, wo die Tiere keine Gefahr für die Menschen darstellen – allenfalls auch im Ausland. Dafür haben die Spezialisten in den USA spezielle Betäubungsgewehre für 7000 Dollar gekauft. Weiter wollen die kolumbianischen Behörden die Bullen sterilisieren, um eine Ausbreitung der Tiere zu verhindern. Dazu soll konfisziertes Drogengeld verwendet werden.

Ursprünglich hatte sich Escobar vier Nilpferde aus Afrika für seine 63 Millionen Dollar teure Hacienda Napoles ins Land geschmuggelt, drei Weibchen und ein Männchen. 2007 sichteten die Anwohner zum ersten Mal ein Nilpferd ausserhalb seines Anwesens.

Vier Nilpferde aus Afrika geschmuggelt

Neben dem Zoo gab es auf dem 3000-Hektar-Landsitz, den Escobar 1979 kaufte, 20 künstliche Seen, sechs Schwimmbecken, eine Autorennbahn, eine Stierkampf-Arena und eine Flugpiste. Für seinen Sohn liess er Dinosaurierfiguren aufstellen.

Nachdem die Polizei den Kopf des Kokain-Imperiums erschoss, verwilderte das Anwesen, viele Tiere starben. 2008 verwandelte der Staat einen Teil der Hacienda Napoles in den grössten Themenpark von Südamerika, die meisten Zootiere verlegte man in andere Tierparks. Die Flusspferde durften im Magdalena-Fluss bleiben.

Nilpferde in Doradal bei Puerto Triunfo:

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