Pädophiler Arzt darf keine Sterbehilfe leisten
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Pädophiler Arzt darf keine Sterbehilfe leisten

Ein im Kanton Zürich gesperrter Arzt darf auch in St. Gallen nicht als Suizid-Helfer praktizieren. Er hatte Knaben missbraucht.

Laut Bundesgericht darf ihm die Vertrauenswürdigkeit abgesprochen werden, nachdem er sich an Knaben vergangen und behördliche Auflagen missachtet hat.

Der heute 72-jährige Kinderarzt hatte das Gesundheitsdepartement des Kantons St. Gallen 2004 darum ersucht, ihm die Berufsausübung für «Suizid-Prophylaxe und assistierten Suizid» zu erlauben. Das Ansinnen wurde mit Verweis auf seinen schlechten Leumund abgewiesen.

Für Dignitas tätig

Die St. Galler Behörden stützten sich dabei auf die Tatsache, dass er 2001 vom Zürcher Obergericht wegen sexuellen Übergriffen gegen Knaben zu viereinhalb Monaten Gefängnis verurteilt worden war. Seine Zulassung als selbständiger Arzt in Zürich wurde in der Folge auf die Behandlung weiblicher Patienten beschränkt.

2004 wurde ihm die Zürcher Berufsausübungsbewilligung dann vollständig entzogen, nachdem er im Rahmen seiner Tätigkeit für die Sterbehilfe-Organisation Dignitas einen Mann behandelt und ihm das Rezept für ein tödliches Medikament ausgestellt hatte.

Keine Gewähr

Die Entscheide wurden vom Bundesgericht jeweils bestätigt. Nun haben die Lausanner Richter auch seine Beschwerde gegen die Bewilligungsverweigerung aus St. Gallen abgewiesen. Der Arzt hatte argumentiert, dass die beantragte Bewilligung vor allem die Behandlung älterer, schwerstkranker Patienten betreffe.

Aufgrund seiner Neigungen bestehe damit nicht die geringste Gefahr. Das Bundesgericht hielt ihm entgegen, dass ihm die Vertrauenswürdigkeit schon von den Zürcher Behörden zu Recht abgesprochen worden sei. Es bestehe kein Anlass, für die in St. Gallen ersuchte Bewilligung tiefere Anforderung zu stellen.

Bei der Suizid-Begleitung komme dem Arzt eine hohe Verantwortung zu. Aufgrund seines früheres Verhaltens dürfe bezweifelt werden, ob er sich strikte an die geltenden Normen und Vorgaben halte. Auch die seit seiner strafrechtlichen Verfehlungen vergangene Zeit vermöge diese Bedenken nicht zu zerstreuen. (sda)

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