Pädophiler Babysitter muss hinter Gitter

Aktualisiert

Pädophiler Babysitter muss hinter Gitter

Ein pädophiler Babysitter hat in Kloten und im Kanton Schwyz drei Schüler sexuell missbraucht. Nun kassierte der teilgeständige Täter eine Freiheitsstrafe von 33 Monaten. 15 Monate davon muss er absitzen.

Bereits das Bezirksgericht Bülach hatte in seinem Urteil auf eine Anordnung einer ambulanten Psychotherapie wegen fehlender Aussicht auf eine Heilung verzichtet. Beim heute 46-jährigen Angeklagten aus Lachen (Sz) handelt es sich nämlich laut Gutachten um einen in der Persönlichkeit gestörten Pädophilen mit einem klaren Rückfallrisiko. Dies zeigte auch die Anklageschrift, die bis in das Frühjahr 1994 zurück reichte.

Schon vor 14 Jahren zugeschlagen

Damals hatte der im Kanton Schwyz aufgewachsene Angeschuldigte einen achtjährigen Schüler in Pfäffikon (Sz) in seinem Personenwagen sexuell missbraucht, indem er dem Knaben während einer Fahrt in die Unterhose in den Geschlechtsbereich griff. Der Täter hatte sein Opfer mit der Anwendung einer Funkanlage in die Falle gelockt. Der Übergriff flog erst auf, nachdem der Angeklagte über zehn Jahre später in Kloten sein Unwesen trieb und schliesslich von der Polizei erwischt wurde.

«Babysitter» als Sextäter

Fest steht, dass der Angeschuldigte im Sommer 2005 bei einer Schweizer Familie in Kloten als Babysitter eine Stelle erhielt. In der Folge fungierte er über ein halbes Jahr als Aufpasser von zwei Schülern im damaligen Alter von sieben und acht Jahren. Mit fatalen Folgen für die Kinder, die vom Angeschuldigten vor allem an Wochenenden regelmässig sexuell angegangen wurden. Die Rede ist von diversen manuellen und oralen Praktiken. Wobei der Täter den Geschädigten einschärfte, niemandem etwas zu erzählen. Ansonsten er traurig, böse sei und sie dafür bestrafen würde. Da ein Bub dennoch eines Tages seinem Vater einen Übergriff schilderte, verschwand der Täter im März 2006 für 154 Tage in Untersuchungshaft. Wo er seine Vergehen zum Teil zugab.

Ursprünglich auch Schändung eingeklagt

Die Staatsanwaltschaft klagte nicht nur sexuelle Handlungen mit Kindern, sondern auch mehrfache Schändung ein und forderte eine hohe Zuchthausstrafe von vier Jahren. Allerdings drangen die Anklagebehörden am Bezirksgericht Bülach nicht ganz durch. So sah dieses eine Schändung als nicht erwiesen an. Die Richter befanden, dass die Opfer weder urteils- noch widerstandsunfähig gewesen seien.

15 Monate absitzen

Dennoch fiel die Strafe für die Bülacher Schuldsprüche wegen sexuellen Handlungen mit Kindern alles andere als milde aus. Der Angeklagte wurde zu einer teil bedingten Freiheitsstrafe von 33 Monaten verurteilt. 18 Monate davon bedingt. 15 Monate muss er aber absitzen. Zudem soll er den beiden Schülern aus Kloten neben noch zu bestimmenden Schadenersatzbeträgen hohe Schmerzensgelder von 12 000 Franken sowie 9000 Franken bezahlen.

Der Angeklagte ging zunächst in die Berufung, zog aber am Montag seine Anträge überraschend zurück. Weshalb das Bülacher Verdikt in Rechtskraft erwuchs.

Attila Szenogrady, 20minuten.ch

Deine Meinung