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Österreich fassungslos«Pah! Und jetzt? Das wars!»

Österreich unterliegt in Wien unverdient der DFB-Elf. Ganz bitter: Marco Arnautovic vergibt kurz vor Schluss den Ausgleich. Dafür läuft der ORF-Kommentator zur Hochform auf.

von
Philipp Dahm

Wenn ein Duell mit Deutschland ansteht, müssen Österreichs Kicker nicht motiviert werden – wenn es gegen den Goliath aus dem Nachbarland geht, geht es für den David aus den Alpen immer auch um die Ehre. Neun Spieler im ÖFB-Kader verdienen ihre Brötchen in der Bundesliga: Alle versicherten vor dem Match, alles geben zu wollen.

Die Kulisse für eine Revanche gegen den Favoriten war wie gemalt: Das Wiener Ernst-Happel-Stadion war an jenem 11. September 2012 bis auf den letzten der 47 000 Plätze gefüllt. Rot-weiss-rote Fahnen waren ausgelegt worden, die vor dem Anpfiff munter zum Radetzky-Marsch wippten.

Ambiente vor dem Anpfiff im Wiener Ernst-Happel-Stadion. Quelle: YouTube/PromusmediaTuzla

Nicht nur das Ambiente war perfekt, auch der Start des ÖFB-Teams feuerte die Euphorie der Gastgeber weiter an. Die Österreicher schlugen die Deutschen anfänglich mit ihren eigenen Waffen: Sie rannten, bissen, kämpften. Dank starkem Pressing und konsequentem (Körper-) Einsatz wirkte das Team des Schweizer Trainers Marcel Koller gar etwas überlegen.

Doch das Problem: Einer erfahrenen Mannschaft wie Deutschland reichen zehn anständige Minuten, um das Match für sich zu entscheiden. Kurz vor dem Pausentee, in der 44. Minute, spaziert der bis dato unauffällige Marco Reus durch die generische Abwehr und netzt mit einem trockenen Schuss in die linke untere Ecke ein.

Kurz nach der Halbzeit erhöht Mesut Özil vom Penaltypunkt auf zwei zu null. Allein: Beim Angriff, bei dem ein Deutscher im Strafraum gelegt wurde, stand das DFB-Team im Abseits. Doch die Roten stecken nicht auf und kämpfen sich bravourös in die Partie zurück. Nach einer meisterhaften Vorarbeit von Marko Arnautovic kann Zlatko Junuzovic auf eins zu zwei verkürzen.

Murphys Law: Erst hui, dann...

Der Torschütze, der wie der Vorbereiter seine Stiefel bei Werder Bremen schnürt, verlor natürlich keine Zeit nach seinem Treffer in der 57. Minute. Noch eine gute halbe Stunde blieb, um das Ergebnis zu egalisieren. Verdient hätten es die «Ösis» allemal gehabt, doch in der 88. Minute vergibt Arbautovic eine Hundertprozentige. Der hätte drin sein müssen (siehe untenstehendes Video).

Viel besser als wir erzählt ihnen aber Thomas König diese ungerechte Niederlage. Er ist Kommentator beim ORF. Was er in der Nachspielzeit erleben durfte, nein, musste, können Sie im Wortlaut in obiger Bildstrecke nachverfolgen.

Eine einminütige Spielzusammenfassung des türkischen Fernsehens, die auch Arnautovics Mega-Patzer kurz vor Spielende zeigt. Quelle: YouTube/Azerbaijan TopClass

So erlebte ORF-Kommentator Thomas König die vertane Chance von Arnautovic (nur Ton). Quelle: YouTube/SportNewsHDHQ

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