Bombenalarm: Paketbombe war in Passagier-Flugzeug
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BombenalarmPaketbombe war in Passagier-Flugzeug

Die in Dubai gefundene Paketbombe war an Bord von zwei Passagierflugzeugen. Ein Päckchen wurde in Deutschland umgeladen. Eine inhaftierte Frau wurde wieder freigelassen.

von
feb

Nach den vereitelten Anschlägen mit Paketbomben für die USA stellt sich die Frage nach der Sicherheit der Luftfracht. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) prüft die Situation. «Die Schweiz verfügt über ein umfassendes Sicherheitsdispositiv», sagte BAZL-Sprecher Daniel Göring am Sonntag der Nachrichtenagentur SDA. Wie immer, wenn es zu solchen Vorfällen komme, werde die Situation analysiert und geprüft, ob zusätzliche Massnahmen nötig seien.

Am Sonntag gibt es immer mehr Informationen zu den Paketbomben. Die in Dubai gefundene Paketbombe war an Bord von zwei Passagierflugzeugen, wie die Behörden am Sonntag mitteilten. Adressiert war das aus dem Jemen abgeschickte Paket an eine jüdische Einrichtung in den USA, es hätte aber auch an Bord eines Flugzeuges explodieren und dieses zum Absturz bringen können, wie es hiess. Der Sprengsatz wäre stark genug gewesen, verlautete aus US-Kreisen. Die Bombe wurde am Freitag entdeckt.

In Deutschland umgeladen

Der Deutsche Innenminister Thomas de Maizière (CDU) hat am Sonntag offiziell bestätigt, dass eines der von Terroristen im Jemen aufgegeben Sprengstoffpäckchen für die USA in Deutschland umgeladen wurde. Die deutschen Sicherheitsbehörden seien von einem befreundeten Geheimdienst in der Nacht zum Freitag informiert worden, hätten das Paket aber nicht mehr stoppen können, sagte der CDU-Politiker am Sonntag in Dresden. «Wir nehmen den Vorgang ernst, auch wenn Deutschland wohl nicht Anschlagsziel war», fügte er hinzu.

Als erste Konsequenz unterband die Regierung sämtliche Frachtlieferungen aus dem Jemen und versprach schärfere Kontrollen bei der Luftfracht. Auch andere Staaten wie Frankreich, Grossbritannien und die USA sowie mehrere Luftfrachtunternehmen verfügten Frachtverbote für den Jemen.

Studentin freigelassen

Am Sonntag liessen die jemenitischen Behörden eine Studentin frei, die am Samstag als mutmassliche Absenderin der Pakete festgenommen worden war. Verhöre und Befragungen hätten ergeben, dass die 22-Jährige «die falsche Person» gewesen sei, erklärten die Behörden. Nach Angaben des Vaters der Frau wurde deren ebenfalls verhaftete Mutter auch auf freien Fuss gesetzt.

Ein Vertreter der Sicherheitskräfte sagte, eine Frau habe sich als Studentin ausgegeben und so das Paket aufgegeben. Die andere Paketbombe sei von einem Mann abgeschickt worden. Zuvor hatte der Anwalt der Studentin erklärt, seine Mandantin sei Opfer eines Identitätsdiebstahls geworden. (feb/sda)

Innenminister sagt Reise nach Israel ab

Bundesinnenminister Thomas de Maizìere (CDU) hat wegen der aktuellen Lage nach Sprengstofffunden in Luftfrachtsendungen seine für Sonntag geplante Reise nach Israel abgesagt. Dies teilte sein Sprecher Stefan Paris in Dresden mit. Angesichts der gewonnenen Erkenntnisse sei es sinnvoll, wenn der Bundesinnenminister im Land bleibe, sagte Paris. Die Reise nach Israel werde zeitnah nachgeholt.

Bombe nicht Ursache für UPS-Jumbo-Absturz

Der Absturz eines Frachtjumbos des US- Paketdienstes United Parcel Service (UPS) Anfang September in Dubai geht nach Behördenangaben nicht auf eine Bombe zurück. Wie die Luftfahrtbehörde der Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) am Sonntag mitteilte, gibt es keinerlei Hinweise, dass ein Sprengsatz an Bord der Boeing 747 war, die sich auf dem Weg nach Köln/Bonn befand.

Bei dem Absturz am 3. September kamen zwei Besatzungsmitglieder ums Leben. Der Pilot hatte kurz vor dem Unfall Feuer und Rauch im Cockpit gemeldet. Warum die Maschine abstürzte, sollen der Behörde zufolge die weiteren Ermittlungen zeigen.

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