Aktualisiert 20.07.2005 10:11

Pakistan: 40 Islamisten festgenommen

In Pakistan sind bei der Durchsuchung von Koranschulen in mehreren Städten rund 40 Islamisten festgenommen worden.

Offenbar stehen die Festnahmen nicht in direktem Zusammenhang mit den Anschlägen von London.

Die Festnahmen dienten vor allem der Kontrolle von Extremisten, die Hilfe oder Herberge für militante Ausländer bieten könnten, sagte ein Regierungsvertreter am Dienstag. Dagegen sagte ein Vertreter der Regionalregierung der Provinz Punjab, die Männer würden wegen Verbindungen zu den Bombenattentätern befragt.

Ein Sicherheitsvertreter in Punjab sagte, er erwarte, dass die Befragung weiterer, vor einigen Tagen festgenommener Verdächtiger Verbindungen zu den Attentätern von London belegen werde. «Wir verhören sie intensiv. Wir hoffen, dass wir bald zu einem positiven Ergebnis kommen», sagte er.

Allein in Punjab wurden 25 Verdächtige festgenommen. Sie wurden in den Städten Dera Ghazi Khan, Multan, Faisalabad und Khushab aufgegriffen.

Gegen Islamisten

Ein Vertreter der militanten sunnitischen Gruppe Millat-i- Islamia klagte, die Polizei habe eine Reihe von unschuldigen Mitgliedern festgenommen. Aus Sicherheitskreisen verlautete, in den kommenden Tagen werde im ganzen Land verstärkt gegen Islamisten vorgegangen werden.

Pakistans Präsident Pervez Musharraf rief denn auch seine Landsleute zum «Heiligen Krieg» gegen Extremismus auf. «Terrorismus im Namen des Islam - Bombenanschläge in London im Namen des Islam - sind nicht islamisch», sagte Musharraf in Islamabad.

Verbindungen zu Pakistan

Nach den Anschlägen von London hatte Pakistan Grossbritannien seine volle Unterstützung bei den Ermittlungen zugesichert. Letzte Woche schickten die britischen Ermittler den pakistanischen Behörden Nummern, die von einem Anschluss angerufen worden waren, den mindestens einer der mutmasslichen Attentäter benutzt hatte.

Drei der Selbstmordattentäter von London waren pakistanischer Herkunft und im vergangenen Jahr nach Pakistan gereist. Mindestens einer der Männer soll bei dem Besuch in Pakistan eine Koranschule nahe der Stadt Lahore besucht haben. (sda)

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