Aus Protest: Pakistan fehlt an Afghanistan-Konferenz
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Aus ProtestPakistan fehlt an Afghanistan-Konferenz

Pakistan reagiert auf den Nato-Angriff, bei dem 24 Soldaten ums Leben gekommen sind. Die Regierung hat sich entschlossen, die Afghanistan-Konferenz in Deutschland zu boykottieren.

Pakistan hat als Reaktion auf den tödlichen NATO-Angriff auf einen Grenzposten mit 24 Toten seine Teilnahme an der Afghanistankonferenz in Bonn abgesagt. Die Entscheidung sei am Dienstag auf einer Kabinettssitzung in Lahore gefallen, hiess es aus Regierungskreisen.

Pakistan hatte empört auf den Angriff von NATO-Einheiten am Samstag reagiert. Islamabad schloss zwei für die Versorgung der internationalen Truppen in Afghanistan wichtige Grenzübergänge und forderte die USA zudem zur Räumung des Luftwaffenstützpunktes Shamsi in der Provinz Baluchistan binnen 15 Tagen auf. Es wird vermutet, dass der US-Geheimdienst CIA den Stützpunkt als Basis für sein Drohnenprogramm gegen Kämpfer der Taliban und des Terrornetzwerks Al-Kaida in den pakistanischen Stammesgebieten nutzt.

Die pakistanischen Streitkräfte sind eigenen Angaben zufolge davon überzeugt, dass der NATO-Angriff ein «bewusster Akt der Aggression» war. Der pakistanische General Ashfaq Nadeem sagte am Dienstag in Islamabad weiter, das pakistanische Heer habe noch keine Entscheidung darüber gefällt, ob es mit den US-Ermittlungen kooperieren wolle.

USA vermuten Falle der Taliban

Die USA erklärten, sie vermuten die Ereignisse, die zu dem Angriff führten, seien eine Falle der Taliban gewesen. Die Extremisten könnten den Angriff absichtlich provoziert haben, um die angeschlagene Beziehung zwischen Washington und Islamabad weiter zu schwächen, sagten US-Vertreter. Präsident Barack Obama bezeichnete den Tod der 24 pakistanischen Soldaten als Tragödie und kündigte Ermittlungen an.

Pakistan erklärte, die Luftangriffe hätten fast zwei Stunden gedauert und seien trotz einer Aufforderung von Kommandeuren, sie zu stoppen, fortgesetzt worden. Die pakistanischen Soldaten seien Opfer eines unbegründeten Angriffs geworden. Die pakistanischen Kommandeure hätten von ihren Gegenübern bei der NATO ein Einstellen des Feuers verlangt, aber «irgendwie sei es weitergegangen», sagte ein Militärsprecher.

(sda)

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