Selbstmordanschlag: Pakistanische Polizei Ziel eines Attentats

Aktualisiert

SelbstmordanschlagPakistanische Polizei Ziel eines Attentats

Die jüngste Anschlagsserie in Pakistan nimmt kein Ende. Bei einem Selbstmordanschlag vor einem Regierungsgebäude sind mindestens zehn Menschen getötet worden. 37 weitere wurden verletzt, als sich der Attentäter südlich der Stadt Mingora im Swat-Tal in die Luft sprengte.

Pakistanische Soldaten am Ort des Selbstmordanschlags in Saidu Sharif.

Pakistanische Soldaten am Ort des Selbstmordanschlags in Saidu Sharif.

Der Täter wollte sich zu Fuss Zugang zu einem Regierungsgebäude in Saidu Sharif verschaffen, das von der Polizei und anderen Sicherheitskräften genutzt wird. Als der Mann von Polizisten aufgehalten wurde, zündete er seinen 15 Kilogramm schweren Sprengsatz.

Bei den Toten handle es sich laut Polizeiangaben um Soldaten und Polizisten sowie fünf Zivilisten, darunter ein neunjähriges Kind. Unter den zivilen Opfern seien auch Frauen, die verbrannt seien, berichteten Augenzeugen.

Sicherheitskräfte riegelten den Anschlagsort am Samstag weiträumig ab, Geschäfte und Marktstände wurden geschlossen. Die Taliban bekannten sich zu der Tat. Ein Sprecher kündigte weitere Anschläge an, sollten die pakistanischen Sicherheitskräfte ihren Kampf gegen die Aufständischen fortsetzen.

Das Swat-Tal war einst ein beliebtes Feriengebiet. Im April 2009 hatte die Armee versucht, die Islamisten-Hochburg mit einer Grossoffensive zurückzugewinnen. Obwohl das Militär die Region inzwischen als sicher bezeichnet und die meisten der zwei Millionen Flüchtlinge zurückkehrten, gibt es immer wieder Anschläge.

Steigende Opferzahl in Lahore

Erst am Freitag hatten sich zwei Selbstmordattentäter in Lahore im Osten Pakistans in die Luft gesprengt. In der Nacht zum Samstag starben zwölf Schwerverletzte in Spitälern, wie ein Polizeivertreter sagte. Die Zahl der Todesopfer stieg damit auf 57.

Mehr als 130 weitere wurden verletzt, als die Attentäter ihre Sprengsätze in der Nähe eines belebten Marktes zündeten. Ziel des Anschlags war ein Konvoi von Armeefahrzeugen.

In Pakistan wurden seit Mitte 2007 über 3000 Menschen bei Anschlägen getötet. Die meisten waren von pakistanischen Taliban- Kämpfern verübte Selbstmordattentate. Ziel waren meist Soldaten, Polizisten oder öffentliche Gebäude. Zunehmend sind aber auch Zivilisten von den Anschlägen betroffen.

Indien verurteilte die neuen Anschläge in Lahore als «Terrorakte». Die indische Regierung verurteile die Serie von Bombenanschlägen, bei denen zahlreiche unschuldige Zivilisten getötet und verletzt worden seien, erklärte das Aussenministerium in Neu Delhi. (sda)

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