Aktualisiert 28.12.2008 22:03

Krieg in NahostPalästinenser brechen nach Ägypten durch

Hunderte Palästinenser im Gazastreifen haben nach Angaben beider Seiten am Sonntag an mehreren Abschnitten die Grenze nach Ägypten durchbrochen. Ägyptische Sicherheitskräfte eröffneten das Feuer.

Entlang der 14 Kilometer langen Grenze strömten an mindestens vier Stellen Palästinenser nach Ägypten, wie Regierungsbeamte und Augenzeugen berichteten. Bei Gefechten mit bewaffneten Palästinensern wurde ein ägyptischer Offizier getötet. Nach etwa vier Stunden brachten die Sicherheitskräfte die Lage nach eigenen Angaben wieder unter Kontrolle.

Nach palästinensischen Angaben wurden mehrere Menschen von den Schüssen der ägyptischen Sicherheitskräfte verletzt. Israelische Militärflugzeuge hatten das Grenzgebiet zuvor bombardiert. Ziel waren offenbar Tunnelanlagen. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben zwei Menschen getötet und 18 verletzt, weitere 15 wurden bei den anschliessenden Schusswechseln mit ägyptischen Sicherheitskräften verletzt.

Schmuggler haben in den vergangenen Jahren dutzende Tunnel in dem Gebiet gegraben, durch die Waffen und Versorgungsgüter in den Gazastreifen gelangen. Israel und Ägypten haben den Gazastreifen nach der Machtübernahme der Hamas im Juni 2007 von der Aussenwelt abgeriegelt.

Die Episode weckte Erinnerungen an den Januar, als Bewohner des Gazastreifens Löcher in die Grenzabsperrungen sprengten und Hunderttausende Palästinenser tagelang nach Ägypten strömten, um sich dort mit Lebensmitteln und Waren des täglichen Gebrauchs einzudecken. Seit dem Vorfall haben die ägyptischen Grenzwachen die Anlagen verstärkt. (dapd)

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