Im Schmuggel-Tunnel: Palästinenser in Fäkal-Flut ertrunken
Aktualisiert

Im Schmuggel-TunnelPalästinenser in Fäkal-Flut ertrunken

Beim Versuch, Waren von Ägypten in den Gazastreifen zu schmuggeln, sind drei Männer gestorben. Der Tunnel wurde mit Abwasser geflutet.

Durch hunderte Tunnels werden aus Ägypten Waren nach Gaza gebracht.

Durch hunderte Tunnels werden aus Ägypten Waren nach Gaza gebracht.

Drei Palästinenser sind in einem mit Abwässern gefluteten Schmugglertunnel im Süden des Gazastreifens ertrunken. Die Leichen der Männer seien am Dienstag geborgen worden, teilte das Abu Jussef-Spital am Dienstag mit.

Der etwa 700 Meter lange Tunnel unter der Grenze von Ägypten sei bereits am Sonntag von ägyptischer Seite aus vollgelaufen. Zu dem Zeitpunkt befanden sich vier Palästinenser unter Tage, die gerade Waren von Ägypten aus in den Gazastreifen schmuggelten. Einer der Arbeiter habe gerettet werden können. Ob es sich um einen Unfall handelte, war unklar.

Blockade seit 2007

Israel hatte nach der Machtübernahme der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen im Juni 2007 eine Blockade verhängt. Daraufhin wurden unter der Grenze zwischen Ägypten und dem Gazastreifen hindurch hunderte von Tunneln gegraben. Durch sie gelangten Waren aller Art, Treibstoffe und Lebensmittel für die 1,6 Millionen Bewohner in den Gazastreifen. Israel warf Hamas jedoch vor, es würden auch Waffen geschmuggelt.

Weltrekord im Zeichen des Friedens

Die israelische Blockade wurde nach dem blutigen Angriff des israelischen Militärs auf die Gaza-Flotille mit neun Toten im vergangenen Jahr gelockert. Trotzdem dürfen Baumaterialien, Chemikalien, bestimmte Medikamente und andere Waren noch immer nicht eingeführt werden. Sie werden weiterhin durch die Tunnel ins Land gebracht. (sda)

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