Panda-«Männchen» bringt Zwillinge zur Welt
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Panda-«Männchen» bringt Zwillinge zur Welt

Riesenpanda «Jinzhu» galt in einem südwestchinesischen Zoo als Männchen. Bis der schwarz-weisse Knuddelbär Zwillinge zur Welt brachte.

Im Tierreservat von Woolong (Provinz Sichuan) schenkte «Jinzhu» zwei nur 190 und 70 Gramm schweren Jungtieren das Leben.

Nach einer schweren Blutung durch die Geburt sei der Panda inzwischen ausser Lebensgefahr, berichtete die Tageszeitung «China Daily» am Freitag weiter. Eines der beiden weiblichen Jungtiere trinke schon an der mütterlichen Brust, während das kleinere im Brutkasten liege.

Nach ihrer Geburt 1996 war «Jinzhu» dem Bericht zufolge wegen ihrer «unscheinbaren Sexualcharakteristika» fälschlicherweise als Männchen eingestuft worden. «Der Penis eines erwachsenen Pandas ist nur drei Zentimeter lang», gab der Pandaexperte Li Desheng als Entschuldigung.

Das falsche Männchen wurde mit vier Jahren sogar nach Japan geschickt, um sich mit einem Pandaweibchen zu paaren. Beide Pandas zeigten entsprechend wenig Interesse. Bei einer Untersuchung zur Vorbereitung einer künstlichen Befruchtung entdeckten die Experten, dass «Jinzhu» gar keinen Penis hat.

Nach der Rückkehr nach China vermuteten einige Experten, der Panda sei vielleicht ein Zwitter, andere meinten, seine Geschlechtsorgane seien unterentwickelt. Erst 2005 entdeckten Ärzte dem Bericht zufolge bei einer endoskopischen Untersuchung, dass die Gebärmutter am falschen Platz war.

Mit einer zweistündigen Operation machten die Ärzte den Panda zu einem «normalen Mädchen», wie es hiess. Im März dieses Jahres wurde «Jinzhu», was «schöner Bambus» heisst, erfolgreich schwanger. (sda)

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