Finanzkrise: «Panik an allen Ecken und Enden»

Aktualisiert

Finanzkrise«Panik an allen Ecken und Enden»

Nach den lausigen Vorgaben aus den USA und Asien lautete die Frage heute nicht, ob die Schweizer Börse heute fällt, sondern wie tief. Und sie fällt tief: Zeitweise verliert der SMI über 6 Prozent. Auf dem Parkett ist die Nervosität deutlich zu spüren.

Schon die vorbörslichen Indikatoren liessen für die Schweizer Aktien nichts Gutes erahnen. Und wirklich: Mit der Schweizer Börse geht es weiter abwärts. Der Swiss Market Index (SMI) notierte zeitweilig bei minus 6,23 Prozent. Der Leitindex markierte damit den tiefsten Stand seit Juni 2005. Zur Zeit notiert der Index bei minus 4 Prozent.

Händler sprachen von grosser Nervosität und Anzeichen von Panik. Anders sei es nicht zu erklären, dass die Leute «queerbeet einfach alles verkaufen». Fundamentale Überlegungen spielten angesichts der Finanzkrise keine grosse Rolle. Es herrsche «Panik an allen Ecken und Enden, Misstrauen in allen Formen und Arten», heisst es im Handel.

Die einzelnen Titel

Nach dem Kurssturz an den amerikanischen und japanischen Börsen setzt sich der Ausverkauf der Finanztitel in der Schweiz am Mittwoch unvermindert fort. Alle Bankaktien starteten mit hohen Verlusten in den Tag.

Die Titel der Grossbank UBS fielen im frühen Handel bis 9.20 Uhr um 7,2 Prozent auf 18,01 Franken. Zur Zeit notiert die Aktie bei minus 1,7 Prozent. CS verloren zeitweise 12,9 Prozent, liegen zur Zeit bei minus 5,5 Prozent, Julius Bär dreht aus dem anfänglichen Minus 6,67 Prozent ins Plus.

Kräftige Verluste verzeichneten erneut auch die Versicherungstitel: Swiss Re gaben um 7,8 Prozent nach, Swiss Life stürzten 4,57 Prozent nach unten, Zurich 5,4 Prozent und Bâloise 4,6 Prozent.

Einer der grössten Verlierer bislang: Die ABB mit minus 5,9 Prozent.

Wenig zur Beruhigung in der Schweiz trug bisher das von der britischen Regierung für die Banken geschnürte Rettungspaket im Umfang von bis zu 200 Mrd. Pfund bei. Dieses sorgte in London für kräftige Kursgewinne der dortigen Banktitel.

Dougan beruhigt

Für etwas mehr Zuversicht sorgte heute Morgen CS-Chef Brady Dougan. Er trat um 10.30 Uhr an einer Banking- und Insurance-Konferenz von Merrill Lynch auf. Dabei verkündete er, dass die Credit Suisse halte in diesem Umfeld besonders nach Übernahmemöglichkeiten im Private Banking Ausschau halte. Der Auftritt von Dougan in London beruhigte die nervösen Anleger: Die Angst vor unerfreulichen Neuigkeiten habe sich als unbegründet erwiesen, sagten Händler.

Dax

Stark belastet von den Kurseinbrüchen an den Weltbörsen hat auch der deutsche Aktienmarkt DAX sehr schwach eröffnet. Er verliert über 8 Prozent und fällt unter die psychologisch wichtige 5000er-Marke.

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