18 Verletzte: Panik bei Zugbrand
Aktualisiert

18 VerletztePanik bei Zugbrand

Bei einem Brand in einem Regionalexpress sind am Samstagabend im deutschen Frechen (Nordrhein-Westfalen) 18 Insassen verletzt worden. Durch den dichten Qualm, der in Sekunden das Zuginnere vernebelte, seien die Fahrgäste in Panik geraten.

Zudem liessen sich nach Zeugenaussagen die Türen nicht öffnen, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag. Verzweifelt versuchten die Menschen demnach, ins Freie zu gelangen, und betätigten schliesslich die Notentriegelung. Ersten Ermittlungen zufolge war in dem Regionalzug eine Bremsanlage in Brand geraten. Der Rauch wurde vermutlich durch die Klimaanlage in den Zuginnenraum gesogen.

Der Regionalexpress, der auf dem Weg von Köln nach Aachen war, stoppte im Bahnhof Frechen-Königsdorf. Vier Bundespolizisten, die in dem Zug auf dem Weg zum Dienst mitreisten, löschten die Flammen mit Feuerlöschern.

Die Türen seien verriegelt gewesen, weil der Lokführer sie bei einem Halt auf offener Strecke nicht freigeben dürfe, ehe die komplette Bahnlinie gesperrt sei, sagte die Bundespolizei-Sprecherin.

«In dem Fall war das Nachbargleis eine Hochgeschwindigkeitsstrecke, auf der der TGV nach Paris verkehrt. Wir mussten verhindern, dass die Leute in Panik auf dieses Gleis geraten, bevor der Zugverkehr dort eingestellt ist.»

Mehr als 90 Insassen wurden vor Ort ärztlich versorgt. Davon wurden 18 Menschen mit Rauchvergiftungen in Spitäler gebracht, unter ihnen auch die vier Polizisten.

Die Bundespolizei beschlagnahmte den kompletten Zug und nahm gemeinsam mit dem Eisenbahnbundesamt Ermittlungen zur Unglücksursache auf. Die Eisenbahnstrecke Köln - Aachen wurde im Bereich des Bahnhofs Frechen mehrere Stunden gesperrt und am späten Samstagabend wieder freigegeben. (sda)

Deine Meinung