Panik und Entsetzen nach Geiseldrama
Aktualisiert

Panik und Entsetzen nach Geiseldrama

Das Geiseldrama ist nach drei Tagen zu Ende. Aber statt Erleichterung herrschen in Beslan zunächst nur Panik und Verzweiflung.

Während Soldaten einer russischen Spezialeinheit noch mit den Kaukasus-Rebellen kämpfen, fallen Frauen nach ihrer Flucht aus der Schule in Ohnmacht. Kindern steht das Entsetzen im Gesicht geschrieben, sie können nicht sprechen, sind am Ende ihrer Kräfte.

Viele der geflohenen Geiseln haben nur noch die Unterhose an. In der Turnhalle der Schule zusammengepfercht, hätten sie die Hitze sonst kaum ertragen. Verletzte werden auf Tragen zu einem Feldlazarett gebracht, das in aller Eile hinter Schützenpanzern errichtet wurde.

Nach knapp zwei Stunden sei das Schulgebäude unter Kontrolle der Truppen gebracht worden, melden die Behörden. Aber immer noch sind hin und wieder Schüsse zu hören. Über der Schule steht eine Rauchwolke, das Gebäude ist erheblich beschädigt. Die Rebellen hatten damit gedroht, die Schule in die Luft zu jagen, wenn sie gestürmt werden sollte.

In der Umgebung der Schule wird zunächst weiter gekämpft, die Explosionen von Panzergranaten sind zu hören. Ein Teil der Geiselnehmer soll sich in einem Wohngebäude verschanzt haben, das von Truppen umstellt wird.

Mit dem Sturmangriff reagierten die Behörden auf eine zunehmend chaotische Situation. Am Vormittag brachen etwa 30 Frauen und Kinder aus dem Gebäude aus. Die Geiselnehmer sollen auf die Fliehenden geschossen haben, heisst es in einer Meldung der Nachrichtenagentur Interfax. Es wird auch gesagt, dass Geiselnehmer, unter ihnen Frauen mit Sprengstoffgürteln um die Hüften, mit einigen Gefangenen geflohen sein sollen.

Wie viele Geiseln die Rebellen in ihrer Gewalt hatten, war auch am Freitag zunächst nicht klar. Die Behörden sprachen von 350 Kindern und Erwachsenen. Andere sagten jedoch, dass bis zu 1.500 Menschen in der Gewalt der Schulbesetzer gewesen seien. (dapd)

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