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ReisechaosPannen auch am Boden

Die Verkehrsmittel am Boden sind gefragt wie nie, doch auch hier läuft nicht alles rund. Eine ICE-Strecke musste gesperrt werden, in Angela Merkels Reisetross gab es eine Reifenpanne.

Wegen eines ungewöhnlichen Bahnunfalls ist die ICE-Schnellstrecke zwischen Frankfurt am Main und Köln bei Montabaur fast zehn Stunden in beide Richtungen gesperrt worden. Der ICE 105 verlor auf der Fahrt von Amsterdam nach Basel gegen 11.30 Uhr aus bisher ungeklärten Gründen eine Tür. Diese schlug in Höhe des Bordbistros auf einen entgegenkommenden ICE von München nach Dortmund auf, wobei nach Angaben der Bundespolizei sechs Fahrgäste leicht verletzt wurden. Die Tür wurde erst Stunden nach dem Bahnunfall am späten Nachmittag gefunden.

Von den sechs Verletzten erlitten nach Angaben einer Sprecherin der Bundespolizei zwei einen Schock. Die anderen vier bekamen nach dem Aufprall der Tür Schnittverletzungen durch umherfliegende Glassplitter. Zwei Leichtverletzte konnten vor Ort behandelt werden, die übrigen vier wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Der von der entgegenkommenden Tür beschädigte ICE 612 bestand aus zwei Zugteilen. Die Fahrgäste aus dem beschädigten Teil konnten in den unbeschädigten Zugteil evakuiert werden und mit diesem nach Köln weiterfahren. Der beschädigte Zugteil wurde in den Bahnhof Montabaur gebracht und dort am Nachmittag weiter untersucht.

Der andere ICE, der die Tür verloren hatte, konnte bei langsamer Fahrt in den nahegelegenen Bahnhof Limburg-Süd geleitet werden, wo ihn die Fahrgäste verliessen und mit anderen Zügen weiterfuhren. Wegen der andauernden Untersuchungen und der Suche nach der Tür blieb die Bahnstrecke ungeachtet des Andrangs wegen der Flugausfälle infolge der Aschewolke nach dem Vulkanausbruch in Island weiter gesperrt. Die Züge wurden über die alte Rheintalstrecke umgeleitet, womit Fahrzeitverlängerungen von über einer Stunde verbunden waren.

Die Tür wurde am Samstagnachmittag im Dickhecktunnel, etwa 4,5 Kilometer vor dem Bahnhof Montabaur, gefunden. Die Schnellbahnstrecke zwischen Montabaur und Limburg-Süd blieb aber auch am Abend weiter gesperrt. Die Bundespolizei in Trier und das Eisenbahnbundesamt im Bonn nahmen die Ermittlungen auf. Die Deutsche Bahn versicherte, sie unterstütze die zuständigen Behörden bei deren Ermittlungsarbeiten.

Reifenpanne in Merkels Reisetross

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel wird auf dem Rückweg von ihrer USA-Reise vom Pech verfolgt. Nachdem die Vulkanaschewolke über Europa einen direkten Rückflug nach Deutschland verhindert hatte, wurde Merkels Delegation am Samstagabend auf der Autobahn kurz vor Florenz durch eine Reifenpanne gestoppt.

Betroffen war ein Bus der Delegation, in dem Journalisten mitreisten. Da die Fahrzeuge im Konvoi - begleitet von Polizei mit Blaulicht - unterwegs waren, hielt auch Merkels gesicherte Limousine mit eingeschalteter Warnblinkanlage auf der rechten Fahrspur der Autobahn, die keinen Standstreifen hatte.

Merkel wartete dann allerdings nicht ab, bis die Reifenpanne behoben war. Sie fuhr mit dem Wagen schon einmal vor in Richtung Bozen.

Merkel war am Freitag zunächst in die portugiesische Hauptstadt Lissabon geflogen und hatte dort übernachtet. Ein Weiterflug nach Deutschland war nicht mehr möglich. Von Lissabon aus ging es am Samstag weiter nach Rom. Dort war der Luftraum nicht gesperrt.

Auf dem Landweg wollten Merkel und ihre Delegation dann nach Bozen in Südtirol fahren und dort ein weiteres Mal übernachten. An diesem Sonntag soll dann die letzte, rund 900 Kilometer lange Etappe nach Berlin angetreten werden. (dapd)

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