Umweltkatastrophe: Pannenfrachter-Besitzer entschuldigt sich
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UmweltkatastrophePannenfrachter-Besitzer entschuldigt sich

Sechs Tage nach dem Frachterunglück am Great Barrier Reef vor Australien hat sich der chinesische Eigner des Frachters erstmals öffentlich geäussert.

Das Unternehmen Shenzhen Energy Transport erklärte am Freitag, es bedauere die Fehlsteuerung des Frachters «Shen Neng 1» und erkenne die ökologische und wirtschaftliche Bedeutung des Great Barrier Reefs an.

Sein Unternehmen werde alles tun, um den Schaden durch die Havarie so gering wie möglich zu halten, erklärte der Chef von Shenzhen Energy Transport, Hu Wei. Die Versicherer hätten internationale Experten eingesetzt, um das Öl aus dem Frachter zu pumpen.

Vorwürfe zurückgewiesen

Gleichzeitig wies er Vorwürfe zurück, die Mannschaft habe zwei Stunden gebraucht, um die Behörden zu alarmieren. «Die «Shen Neng 1» lief am 3. April um 17.05 Uhr auf Grund. Das wurde um 17.10 Uhr dem australischen Zentrum für Rettungskoordination gemeldet», teilte die Firma Shenzhen Energy Transport mit.

Der Frachter habe eine nötige Kurskorrektur nach Osten versäumt und sei deshalb auf das Riff gelaufen. Die Hintergründe würden noch untersucht.

Abpumpen wird vorbereitet

Die australischen Behörden bereiteten unterdessen einen Einsatz vor, mit dem 950 Tonnen Öl aus dem Schiffsrumpf abgepumpt werden sollen. Rund drei Tonnen Öl waren nach dem Unglück am vergangenen Samstag ausgelaufen und hatten mehrere Kilometer des Korallenriffs verseucht.

Die Behörden im australischen Queensland erklärten, der Einsatz zum Abpumpen des Öls werde mehrere Tage in Anspruch nehmen. Das Öl soll auf einen 50-Meter-Schlepper gepumpt werden, der ein Fassungsvermögen von 1500 Tonnen hat.

Strafrechtliche Ermittlungen

Die australischen Behörden leiteten strafrechtliche Ermittlungen gegen die Schiffseigner und den Kapitän ein. Die Polizei war am Freitag erneut an Bord, um die Mannschaft zu dem Unglück zu befragen. Nach australischen Medienberichten wird untersucht, ob der Verantwortliche auf der Brücke zum Zeitpunkt des Unglücks eingenickt war.

Das Great Barrier Reef erstreckt sich über 345'000 Quadratkilometer. Es gilt als der grösste lebende Organismus der Welt. Das sensible Ökosystem wird bereits durch den Klimawandel und Abwässer aus der Landwirtschaft bedroht. (sda)

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