Aktualisiert

Spektakulärer DiebstahlPanzerknacker bohren sich in Tresorkeller

In diesem Banküberfall im Herzen von Paris wurde nichts ausgelassen: Die Bankräuber haben den Tresor ausgeräumt, eine Geisel genommen, die Spuren mit Feuer verwischt. Selbst die Ermittler waren perplex.

Sicherheitsleute bewachen die Pariser Bank nach dem Überfall.

Sicherheitsleute bewachen die Pariser Bank nach dem Überfall.

Eine Räuberbande bohrte sich den Weg in einen unterirdischen Tresorraum frei, nahm einen Wachmann als Geisel, leerte zahlreiche private Schliessfächer und machte sich dann unerkannt aus dem Staub. Zuvor steckten die Räuber noch den Tresorraum in Brand, um ihre Spuren zu verwischen, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Der freigelassene Wachmann alarmierte die Feuerwehr. Von den Räubern fehlte auch zwei Tage nach dem Überfall noch jede Spur. Die Höhe ihrer Beute blieb zunächst unbekannt.

Zurück am Tatort blieben die verkohlten Überreste ihrer Profi-Werkzeuge: ein Kompressor, eine Bohrmaschine und ein Winkelschleifer. Selbst die Pariser Ermittler staunten über das Vorgehen der Räuber. Sich durch eine 80 Zentimeter dicke Mauer einer Bank zu bohren sei schon «eine ziemlich merkwürdige Vorgehensweise», sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Wie die Räuber in den unterirdischen Nachbarraum neben der LCL-Filiale nahe der Oper gelangen konnten, ist noch ungeklärt.

Der Wachmann musste nach eigenen Worten in der Nacht zum Sonntag neun Stunden lang mit ausgebreiteten Armen mit dem Gesicht zur Mauer stehen, wie ein Kollege des Mannes berichtete. «Sie sagten ihm: Wenn Du am Leben bleiben willst, dreh dich nicht um!» (dapd)

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