Aktualisiert

Panzerverkauf an Thailand platzt

Thailand wird von der Schweiz höchstwahrscheinlich keine 400 ausgedienten Panzer erwerben. Bangkok hat den letzten Termin verstreichen lassen.

Nach zwei Jahre dauernden Verkaufsgesprächen hatte Bern eine allerletzte Frist gesetzt: den 19. November.

Dass der Verkauf von 200 Panzern 68 und 200 Schützenpanzern M113 geplatzt sei, könne zwar nicht offiziell bestätigt werden. Es liege zum jetzigen Zeitpunkt aus Thailand keine offizielle Information vor, erklärte Godi Huber, Informationschef bei armasuisse, zu Berichten der Zeitungen «Bund» und «Südostschweiz.

Die beiden Zeitungen stützen sich ihrerseits auf thailändische Medienberichte, wonach die Regierung demnächst aus Geldmangel das Schweizer Angebot offiziell zurückweisen werde. «Die Meldung aus Bangkok überrascht nicht», sagte Huber. «Es ist davon auszugehen, dass der Verkauf nicht zustande kommt.»

Immer wieder hinausgeschoben

Die Verkaufsgespräche seien während zwei Jahren gelaufen. Die thailändische Armee habe immer grosses Interesse am Panzerkauf bekundet und wiederholt den Vertragsabschluss als unmittelbar bevorstehend angekündigt, dann aber immer wieder um Fristverlängerungen ersucht.

Letztmals sei dies Ende September geschehen. Die Frist sei in der Folge bis 19. November 2004 verlängert worden, führte der Sprecher von armasuisse (ehemals Gruppe Rüstung) aus.

Um wieviel Geld es bei dem geplanten Deal mit Bangkok geht, hat armasuisse nie offiziell bekanntgeben wollen. Laut Medienberichten handelt es sich insgesamt, also einschliesslich Industrieaufträgen, um 60 Millionen Franken.

Panzer 68 verschrotten

Andere ausländische Armeen seien an den Panzern 68 nicht interessiert, sagte Huber. Wenn der Abbruch der Verhandlungen mit Thailand offiziell sei, werde eine anderweitige Verwertung geprüft.

Wegen der mit der Lagerung verbundenen laufenden Kosten in der Schweiz und der nur noch minimalen Verkaufschancen sei davon auszugehen, dass einzelne Komponenten (z.B. Motor) verkauft und andere Teile verschrottet werden. «Wir hoffen, dass diese Art der Verwertung zumindest kostenneutral ausfällt.»

Für die 200 Schützenpanzer M113, die ebenfalls im Verkaufspaket enthalten sind, gebe es weitere Interessenten. Es werde für diese weiterhin ein Verkauf angestrebt.

(sda)

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