Lieber Phil Geld: Papis Auto gestreift - zahlt die Haftpflicht?
Aktualisiert

Lieber Phil GeldPapis Auto gestreift - zahlt die Haftpflicht?

Carla (35) beschädigte beim Parkieren das Auto ihres Vaters. Trotz Vollkasko will die Versicherung für den Schaden nicht aufkommen. Zu Recht?

Die Haftpflichtversicherungen kommen nicht für Schäden auf, die Personen innerhalb einer Wohngemeinschaft betreffen.

Die Haftpflichtversicherungen kommen nicht für Schäden auf, die Personen innerhalb einer Wohngemeinschaft betreffen.

Lieber Phil Geld,

beim Parkieren habe ich das Auto meines Vaters touchiert. Meine Versicherung, die Zurich, weigert sich trotz meiner Vollkasko, den Schaden an Vaters Auto zu übernehmen. Begründung: Beide Personen seien verwandt. Ist das korrekt? Mir ist zu Ohren gekommen, dass andere Versicherungen jedenfalls kulanter sind.

Liebe Carla

Gemäss den Allgemeinen Versicherungsbedingungen der Zurich sind Haftpflichtansprüche aus Sachschäden von Verwandten in auf- und absteigender Linie (z.B. Eltern-Kinder) sowie der im gemeinsamen Haushalt lebenden Geschwister ausgeschlossen. Somit besteht über deine Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherung keine Deckung. Hingegen würde eine allfällige Vollkasko-Versicherung deines Vaters den Sachschaden an seinem Auto übernehmen.

Andere Versicherungen haben ähnliche Klauseln, die sich jedoch teilweise leicht unterscheiden. So spielt bei der Mobiliar der Verwandtschaftsgrad keine Rolle, wie unsere Umfrage zeigt. Die Mobi kennt in der Privathaftpflicht in diesem vorliegenden Fall nur einen Ausschluss: Nicht versichert sind Ansprüche aus Schäden, welche im gleichen Haushalt lebende Personen beziehungsweise ihnen gehörende Sachen betreffen.

Auch bei Axa Winterthur spielt der Verwandtschaftsgrad keine Rolle. Hingegen haftet Axa ebenfalls nicht für Schäden, die die Personen oder Sachen eines Versicherten oder einer andern mit ihm in Wohngemeinschaft lebenden Person betreffen. Gerade Axa zeigt anschaulich, wie detailliert die Allgemeinen Versicherungsbedingungen ausfallen können. AXA nennt 16 (!) Ausschlussgründe. Hier nur einige Beispiele:

Die Privathaftpflicht von Axa haftet nicht für Schäden, die «mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartet werden mussten».

Axa haftet nicht für Schäden im Zusammenhang mit vorsätzlich begangenen oder versuchten Vergehen und Verbrechen.

Axa haftet nicht bei Nichterfüllung vertraglicher oder gesetzlicher Versicherungspflichten.

Freundlich grüsst

Phil Geld

E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch

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