Aktualisiert 13.01.2006 22:43

Papst-Attentäter untergetaucht

Einen Tag nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis hat der Papst-Attentäter Mehmet Ali Agca einen Meldetermin bei der türkischen Polizei verstreichen lassen.

«Bislang ist er nicht bei der Polizeiwache aufgetaucht.» Dies sagte der Gouverneur von Istanbul, Muammer Güler, am Freitagabend. Sollte Agca am Montag nicht wie vereinbart zu einer medizinischen Untersuchung erscheinen, werde das Rekrutierungsbüro der türkischen Armee seine Festnahme veranlassen.

Wo der 48-Jährige sich aufhalte, sei ihm nicht bekannt, sagte der Gouverneur. «Es gibt Berichte, dass er an verschiedenen Orten ist, aber man kann ihn nicht verfolgen, denn er ist jetzt ein freier Mann.»

Agca war am Donnerstag - fast 25 Jahre nach den Schüssen auf Papst Johannes Paul II. auf dem Petersplatz in Rom - aus dem Gefängnis in Istanbul entlassen worden. Dort hatte er seit 2000 seine Strafe für den Mord an einem türkischen Journalisten verbüsst. Zuvor war er wegen des Papst-Attentats 19 Jahre lang in Italien im Gefängnis.

Wenige Stunden nach Agcas Freilassung teilte der türkische Innenminister Cemil Cicek überraschend mit, die Freilassung überprüfen lassen zu wollen. Agca hatte Johannes Paul II. am 13. Mai 1981 in Rom niedergeschossen und lebensgefährlich verletzt.

(sda)

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