Eindringlicher Appell: Papst beklagt Narben der Erde
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Eindringlicher AppellPapst beklagt Narben der Erde

Mit einem eindringlichen Appell zu mehr Umweltschutz hat sich Papst Benedikt XVI. bei seinem ersten Auftritt auf dem Weltjugendtag in Sydney an mehr als 200 000 Pilger gewandt.

Die natürlichen Ressourcen fielen einem «unersättlichen Verbrauch» zum Opfer, sagte der Papst am Donnerstag in seiner Ansprache. Ausserdem geisselte er das Fernsehen und das Internet für die Ausbeutung der Themen Sex und Gewalt zu Unterhaltungszwecken.

Auf seinem 20-stündigen Flug von Rom nach Sydney habe er mit Ehrfurcht einen grossen Teil der Welt aus der Vogelperspektive betrachten können, sagte der Papst. «Wir stellen ungern fest, dass die Oberfläche der Erde auch von Narben geprägt ist: Erosion, Abholzung, die Verschwendung der Mineralvorkommen und Meeresressourcen», sagte er. Mit Blick auf die globale Erwärmung erklärte das katholische Kirchenoberhaupt: «Einige von euch kommen aus Inselstaaten, deren blosse Existenz durch steigende Wasserspiegel bedroht wird; andere Staaten leiden unter den Folgen verheerender Trockenheit.»

Die Pilger brachen während Benedikts Ansprache immer wieder in Jubel aus, es herrschte eine ausgelassene Stimmung wie bei einem Fussballspiel. Während einer Fahrt des Papstes in seinem Papamobil durch das Zentrum von Sydney säumten zahlreiche Gläubige die Strassen. Es herrschten strenge Sicherheitsvorkehrungen, Hinweise auf Zwischenfälle gab es nicht.

Zuvor hatte der 81-Jährige die australische Regierung für ihre Entschuldigung bei den Ureinwohnern des Kontinents gelobt. Die Regierung von Ministerpräsident Kevin Rudd bemühe sich, die Kluft zwischen den Aborigines und dem Rest der Bevölkerung zu schliessen, sagte der Papst bei einer Begrüssungszeremonie zu seinen Ehren in Sydney. Die Aborigines bildeten einen wichtigen Teil der australischen Kultur.

«Dieses Beispiel der Versöhnung gibt Völkern in der ganzen Welt Hoffnung, die sich danach sehnen, dass ihre Rechte und ihr Beitrag zur Gesellschaft anerkannt werden», sagte Benedikt in seiner Ansprache. Rudd hatte sich im Februar bei den Aborigines offiziell für das erlittene Unrecht entschuldigt. Der Minderheit gehören in Australien rund 450 000 Menschen an. Die Ureinwohner stellen die ärmste Bevölkerungsgruppe die Landes.

Der katholische Weltjugendtag dauert noch bis Sonntag. Höhepunkt wird eine Messe des Papstes unter freiem Himmel sein, zu der am Sonntag mehrere 100 000 Gläubige erwartet werden. (dapd)

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