Nahost-Reise: Papst bekundet tiefen Respekt für den Islam
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Nahost-ReisePapst bekundet tiefen Respekt für den Islam

Papst Benedikt XVI. hat zum Auftakt der ersten Nahost-Reise seines Pontifikats in Jordanien seinen «tiefen Respekt» für den Islam bekundet.

Bei der Ankunft auf dem Flughafen in Amman würdigte er zugleich den jordanischen König Abdullah für dessen Einsatz für den Frieden in der Region und das Bemühen um einen Dialog zwischen Christen und Muslimen. Das 82-jährige Kirchenoberhaupt wurde von König Abdullah und Königin Rania willkommen geheissen.

Einwöchige Nahost-Reise

Benedikt hat für seinen einwöchigen Aufenthalt im Nahen Osten ein straffes Programm geplant. Er will neben Jordanien Israel und die palästinensischen Gebiete besuchen und mit jüdischen und muslimischen Führungspersönlichkeiten zusammentreffen.

Er komme als «Pilger des Friedens» hatte der Papst schon vor seiner Ankunft in Jordanien erklärt. Er hoffe, dass die katholische Kirche eine Rolle im Friedensprozess spielen könne. Seine Kirche sei zwar keine politische Macht, erklärte der Papst. Er hoffe aber, dass sie als spirituelle Kraft zu Frieden zwischen Israel und den Palästinensern beitragen könne. Kurz nach seiner Ankunft in Amman besuchte Benedikt eine katholische Wohlfahrtseinrichtung für Behinderte.

Überschattet wurde der Besuch von neuerlicher Kritik an umstrittenen Äusserungen Benedikts zum Islam. Die einflussreiche jordanische Muslimbruderschaft forderte den Papst zu einer eindeutigen Entschuldigung auf. Benedikt hatte im September 2006 in Regensburg aus einem mittelalterlichen Werk zitiert, in dem einige Lehren des islamischen Propheten Mohammed als «böse und unmenschlich» bezeichnet wurden. Damit hatte er heftige Proteste ausgelöst.

Am Montag Weiterreise nach Jerusalem

Der Papst äusserte später sein Bedauern und distanzierte sich von den Passagen. Vatikan-Sprecher Federico Lombardi sagte, der Heilige Stuhl habe bereits für alle möglichen Klarstellungen gesorgt und könne diese «nicht bis ans Ende der Welt wiederholen». Benedikt nutzte aber seine Begrüssungsworte in Amman, um dem Islam seinen tiefen Respekt zu bekunden. König Abdullah lobte in seiner Begrüssungsansprache die Bemühungen des Papstes um eine Annäherung zwischen Christen und Muslimen.

Benedikts Reise sieht am Sonntag unter anderem einen Abstecher an die Stelle am Jordan vor, wo Jesus der Überlieferung zufolge getauft worden sein soll. Am Montag reist Benedikt dann nach Jerusalem weiter. Dort steht auch der Besuch von Jad Vaschem auf dem Programm, der zentralen Gedenkstätte für die im Dritten Reich ermordeten Juden.

In den Folgetagen besucht der Papst in Jerusalem den Felsendom und die Klagemauer und reist ins Westjordanland nach Bethlehem, wo er neben der Geburtskirche auch ein Flüchtlingslager besuchen will. Am Donnerstag ist er in Nazareth, der biblischen Heimatstadt Jesu, bevor er am kommenden Freitag nach Rom zurückkehrt. (dapd)

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