Aktualisiert 17.01.2015 14:01

Tacloban, Philippinen

Papst bricht Besuch bei Taifun-Opfern ab

Papst Franziskus hat seinen Besuch bei Taifun-Überlebenden in den Zentralphilippinen wegen eines nahenden Tropensturms vorzeitig abbrechen müssen.

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Der Papst fuhr bei seinem Besuch auf den Philippinen in einem Papamobil in den Rizal-Park in Manila.

Der Papst fuhr bei seinem Besuch auf den Philippinen in einem Papamobil in den Rizal-Park in Manila.

Keystone/AP/Alessandra Tarantino
Vor Millionen Menschen hielt Franziskus die Messe ab.

Vor Millionen Menschen hielt Franziskus die Messe ab.

Keystone/AP/Alessandra Tarantino
Franziskus' Botschaft handelte von der Hoffnung und dem Trost für die Ärmsten der Philippinen.

Franziskus' Botschaft handelte von der Hoffnung und dem Trost für die Ärmsten der Philippinen.

Keystone/AP/Alessandra Tarantino

Papst Franziskus zelebrierte am Samstag am Flughafen von Tacloban bei Regen und heftigem Wind zwar eine Messe für Hunderttausende, kehrte aber früher als geplant nach Manila zurück. Er versicherte den Überlebenden des verheerenden Taifuns von 2013 seinen Beistand. «So viele von euch haben alles verloren», sagte er vor rund 150'000 Menschen bei der Messe auf einem offenen Feld unweit des Flughafens. «Einige von euch haben Mitglieder ihrer Familien verloren. Schweigen ist alles, was ich tun kann.» Der herannahende Tropensturm verkürzte allerdings die päpstliche Visite.

Trotz Starkregen und Sturms hatten die Gläubigen stundenlang auf die Ankunft von Franziskus gewartet. Als Zeichen der Solidarität mit ihnen zog sich das Kirchenoberhaupt den gleichen gelben Regenschutz an, der an die Besucher der Messe verteilt worden war.

«Ein bisschen spät, aber ich bin hier»

Taifun ««Haiyan» riss November 2013 in der ostphilippinischen Provinz Leyte mehr als 7'300 Menschen in den Tod, ganze Dörfer wurden dem Erdboden gleich gemacht. Besonders hart getroffen wurde Tacloban.

Schon wenige Tage nach der Katastrophe habe er damals beschlossen, dass er die Stadt besuchen wolle, sagte Franziskus unter dem Applaus der Teilnehmer der Messe. «Es ist ein bisschen spät, muss ich sagen, aber ich bin hier», fügte er hinzu. Die Ansprache hielt Franziskus auf Spanisch, seiner Muttersprache. Seine vorbereitete Predigt ignorierte er und warf stattdessen ein spontanes Gebet ein, in dem er Solidarität mit den Überlebenden ausdrückte.

Tropensturm machte Pläne zunichte

Danach wollte Franziskus eigentlich mit Überlebenden der Taifun-Katastrophe zu Mittag essen. Auf dem Programm stand zudem ein Treffen mit Geistlichen, die damals an den Hilfsmassnahmen beteiligt waren.

Doch der erwartete Tropensturm «Mekkhala» machte die Pläne zunichte. Schon kurz nach seiner Ankunft in der Hauptkathedrale von Leyte sagte Franziskus der überraschten Menge, dass er leider vier Stunden früher als geplant gehen müsse.

Der Tropensturm hätte einen späteren Start seines Flugzeuges zurück in die Hauptstadt zu gefährlich gemacht. Wie prekär die Lage war, zeigte ein Zwischenfall kurze Zeit nach seinem Abflug: Eine kleinere Chartermaschine mit 16 Regierungsbeamten an Bord wurde auf dem Weg zur Startbahn von einer Windböe gepackt und in die sumpfige Wiese gedrückt, wie der Chef der Zivilluftfahrt berichtete. Niemand wurde verletzt. Das Flugzeug blieb aber beschädigt liegen.

Ein anderer Zwischenfall überschattete den Papstbesuch in Tacloban: Nach der Messe stürzte eine Sturmböe ein Gerüst mit Lautsprechern um. Eine 27-jährige Freiwillige wurde tödlich getroffen, wie ein Krankenhausmitarbeiter dem Fernsehsender ABS-CBN sagte.

«Ich bete, dass Gott diese riesigen Stürme stoppt»

Die Bevölkerung hatte grosse Hoffnungen in den Besuch von Franziskus gesetzt. «Der Papst kann uns keine Häuser und Jobs geben, aber er kann unsere Gebete vor Gott bringen», sagte Anwohner Ernesto Hengzon. «Ich bete, dass Gott diese riesigen Stürme stoppt. Wir halten das nicht mehr aus. Wir haben uns kaum erholt. Viele Leute hier sind noch immer am Boden», sagte er.

Am Sonntag will Franziskus im Rizal-Park in Manila eine Messe feiern. Es werden bis zu sechs Millionen Besucher erwartet. Meteorologen rechneten damit, das «Mekkhala» im Laufe des Samstags mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern bei der Insel Samar auf Land treffen würde. (sda)

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