Papst denkt über die Wahrheit nach
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Papst denkt über die Wahrheit nach

Am zweiten Tag seiner Österreichreise hat Papst Benedikt XVI. den Wallfahrtsort Mariazell besucht. Mit rund 30 000 Gläubigen zelebrierte er bei Dauerregen auf dem Hauptplatz vor der Basilika des Ortes eine feierliche Messe.

Die Visite zur 850-Jahr-Feier der Pilgerstätte war Anlass und Höhepunkt der siebten Auslandsreise des Papstes. In seiner Predigt warnte das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche vor dem Verlust der Wahrheit.

Die Resignation gegenüber der Wahrheit sei der "Kern der Krise des Westens, Europas", sagte er. "Wenn es Wahrheit für den Menschen nicht gibt, dann kann er auch nicht letztlich Gut und Böse unterscheiden."

Zu der Feier waren auch zahlreiche Gläubige aus Nachbarländern wie Ungarn, Slowenien und Kroatien angereist. Hunderte Menschen hatten trotz Regens und Kälte seit der Nacht vor der Kirche von Mariazell ausgeharrt, um den Papst am Morgen willkommen zu heissen.

Wegen des schlechten Wetters musste der Pontifex sein Programm ändern: Er reiste von Wien aus in einem Auto an, statt mit dem Helikopter in den steirischen Wallfahrtsort zu fliegen.

Benedikt sprach auch über den Sinn des Pilgerns: "Pilgern heisst, eine Richtung haben, auf ein Ziel zugehen", betonte er. "Dies gibt auch dem Weg und seiner Mühsal seine Schönheit."

Gebet vor Statue

In Mariazell wird eine aus Holz geschnitzte Marienstatue aufbewahrt. Sie lockt im Jahr mehr als eine Million Menschen in den entlegenen Ort. Immer wieder gibt es Berichte von angeblichen wundersamen Gebetserhörungen.

Zunächst betete der Papst in dem Gotteshaus vor der aus Holz geschnitzten Gnadenstatue, bevor diese - von einem Glasbehälter vor dem Regen geschützt - auf den Platz hinausgetragen wurde.

Am Nachmittag stand noch eine Marianische Vesper mit Priestern und Ordensleuten auf dem Programm. Am Abend wollte Benedikt nach Wien zurückkehren, wo er am Sonntag im Stephansdom eine Messe zelebrieren wird.

(sda)

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