Aktualisiert 04.05.2006 17:20

Papst ehrt marschierende Schweizer Gardisten

Rund 150 ehemalige Gardisten sind zum Abschluss ihres Gedenkmarsches von Bellinzona nach Rom von Papst Benedikt XVI. geehrt worden.

Der Marsch erinnere an den Mut der 150 Schweizer, die vor 500 Jahren dem Heiligen Stuhl zu Hilfe geeilt seien.

Aus dem Fenster seiner Wohnung am Petersplatz erklärte der Papst am Donnerstag, dass die Gardisten vor 500 Jahren wie auch heute dem Vatikan einen wertvollen Dienst leisteten. Mit dieser Zeremonie endete der Gedenkmarsch der Ex-Gardisten, der am 7. April in Bellinzona begonnen hatte.

Täglich 40 Kilometer

Die «Scorta Helvetica» marschierte in 28 Tagen auf der historischen Route, welche die Innerschweizer Söldner gewählt hatten, als sie im Jahre 1506 dem Hilferuf des Papstes gefolgt waren. Im Schnitt mussten die Ex-Gardisten täglich 40 Kilometer bewältigen.

Wo immer möglich wanderten sie auf dem historischen Pilgerweg der «Via Francigena». Über Fidenza, den Cisa-Pass, Lucca, Altopascio, Siena, Montalcino, Acquapendente und Viterbo erreichten die Ex-Gardisten am Dienstag Rom.

Kompetenzgerangel beim Einmarsch in Rom

Die heutigen «Reisläufer» dürften erheblich komfortabler gewandert sein als ihre Kollegen vor 500 Jahren. Nur gerade vor den Toren der ewigen Stadt gab es eine Kompetenzgerangel zwischen verschiedenen Polizeibehörden, das die Marschierenden kurzzeitig blockierte.

Wie die Organisatoren der «Scorta Helvetica» auf ihrer Webseite mitteilten, konnte das Problem allerdings nach einer telefonischen Intervention von Gardekommandant Elmar Mäder gelöst werden. Damit war der Einmarsch der Schweizer in Rom gesichert.

Am letzten Tag mussten die Ex-Gardisten nur noch vom der Piazza del Popolo zum Petersplatz marschieren. Begleitet wurden sie dabei von einer Ehrenformation der Schweizer Garde und anderen Vertretern aus Generalstab sowie anderen Polizeicorps in Rom.

Mit kleinen Unterbrüchen blieb die päpstliche Leibgarde, die vor 500 Jahren enstanden ist, allen Veränderungen der Zeit zum Trotz bestehen. Heute gehören die rund 110 Schweizergardisten in ihren gelb-blau-rot gestreiften Uniformen mit Hellebarden und Federhelm zu den meist fotografierten Sujets in Rom.

(sda)

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