Aktualisiert 10.07.2015 08:17

Historisch

Papst entschuldigt sich bei Urbevölkerung

«Im Namen Gottes sind viele Sünden gegen die Ureinwohner Amerikas begangen worden», sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche in Bolivien.

von
chk
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Letzte Etappe der Südamerika-Reise: Papst Franziskus beim Empfangszeremonie mit Paraguays Präsident Horacio Cartes. (10. Juli 2015)

Letzte Etappe der Südamerika-Reise: Papst Franziskus beim Empfangszeremonie mit Paraguays Präsident Horacio Cartes. (10. Juli 2015)

Keystone/Cesar Olmedo
Papst Franziskus erhält im Präsidentenpalast in Asunción ein Dress der paraguayischen Fussball-Nationalmannschaft.

Papst Franziskus erhält im Präsidentenpalast in Asunción ein Dress der paraguayischen Fussball-Nationalmannschaft.

Keystone/PRESIDENCY OF PARAGUAY
Papst Franziskus trifft in Santa Cruz auf Ureinwohner und entschuldigt sich bei ihnen. (9. Juli 2015)

Papst Franziskus trifft in Santa Cruz auf Ureinwohner und entschuldigt sich bei ihnen. (9. Juli 2015)

Keystone/Rodrigo Abd

Papst Franziskus hat die indigenen Völker Amerikas für alle während der Kolonialzeit im Namen der Kirche begangenen Verbrechen um Vergebung gebeten. Das Oberhaupt der katholischen Kirche trat am zweiten Welttreffen der Volksbewegungen im bolivianischen Santa Cruz auf.

«Ich sage Ihnen mit Bedauern: Im Namen Gottes sind viele und schwere Sünden gegen die Ureinwohner Amerikas begangen worden», sagte der Papst am Donnerstagabend. Wie schon Johannes Paul II. bitte er, «dass die Kirche vor Gott niederkniet und von ihm Vergebung für die Sünden ihrer Kinder aus Vergangenheit und Gegenwart erfleht.»

Kampf dem Kolonialismus

Der Jesuit aus Argentinien sagte, er bitte demütig um Vergebung für die von der katholischen Kirche begangenen Sünden, aber auch «für die Verbrechen gegen die Urbevölkerungen während der sogenannten Eroberung Amerikas».

Er stehe an der Seite der Volksbewegungen und armen Länder im Kampf gegen neue Formen von Kolonialismus. «Der neue wie der alte Kolonialismus, der die armen Länder zu blossen Rohstofflieferanten und Zulieferern kostengünstiger Arbeit herabwürdigt, erzeugt Gewalt, Elend, Zwangsmigrationen und all die Übel, die wir vor Augen haben.»

«Zukunft liegt in Händen der Völker»

Eine der wichtigsten Aufgabe sei die Verteidigung der Mutter Erde – er erinnerte an seine jüngste Umwelt-Enzyklika. «Man darf nicht zulassen, dass gewisse Interessen – die globalen aber nicht universalen Charakters sind – sich durchsetzen, die Staaten und die internationalen Organisationen unterwerfen und fortfahren, die Schöpfung zu zerstören», sagte der 78-Jährige.

Die Zukunft der Menschheit liege nicht allein in den Händen der grossen Verantwortungsträger, der bedeutenden Mächte und der Eliten. «Sie liegt grundsätzlich in den Händen der Völker.» (chk/sda)

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