Aktualisiert 25.12.2007 17:02

Papst fordert ein Ende der Kriege

Papst Benedikt XVI. hat in seiner Weihnachtsbotschaft zur Beendigung des Blutvergiessens in der Welt aufgerufen und Solidarität mit den Armen und Bedürftigen angemahnt.

Die politischen Führer sollten die Weisheit und den Mut finden, kriegerische Auseinandersetzungen beizulegen, sagte das Oberhaupt der Katholiken am Dienstag in seiner Ansprache vom Balkon des Petersdoms in Rom. Anschliessend erteilte er den Segen Urbi et Orbi (der Stadt und dem Erdkreis) und wünschte den tausenden auf dem Petersplatz versammelten Menschen in 63 Sprachen ein frohes Weihnachtsfest.

Benedikt rief die Menge dazu auf, sich über die Geburt Jesu zu freuen. Daraus sollten vor allem jene neue Hoffnung schöpfen, die in der Dunkelheit von Armut, Ungerechtigkeit und Krieg leben müssten. Der Papst ging dann auf die Krisengebiete der Erde ein und nannte insbesondere die sudanesische Region Darfur, Somalia, Eritrea und Äthiopien, die Republik Kongo sowie den Nahen Osten, den Irak, Afghanistan, Pakistan, Sri Lanka und auch den Balkan. Überall dort müsse eine menschliche, gerechte und nachhaltige Lösung gefunden werden.

Er denke zu Weihnachten an alle Opfer von Ungerechtigkeit, sagte Benedikt in seiner auf Italienisch gehaltenen Ansprache. Er nannte in diesem Zusammenhang Frauen, Kinder und alte Menschen sowie Flüchtlinge und die Opfer von Umweltkatastrophen oder von religiösen und ethnischen Spannungen. Vielen Menschen sei der berechtigte Wunsch nach Sicherheit, Gesundheit, Bildung und Arbeit, nach voller Teilhabe am gesellschaftlichen und politischen Leben, nach Freiheit von Unterdrückung und Schutz vor Bedingungen, die die menschliche Würde verletzen, immer noch nicht gewährt. Er hoffe, dass die Botschaft vom Kind der Krippe all diesen Menschen Trost bringen könne.

Der Papst wies ferner darauf hin, dass die weltweite Zahl der Flüchtlinge nicht zuletzt aufgrund von häufigen Naturkatastrophen steige, die auf Eingriffe in die Umwelt zurückgingen. Einen schonenderen Umgang mit der Erde hatte Benedikt bereits in seiner traditionellen Mitternachtsmesse am Heiligen Abend angemahnt. Im Mittelpunkt dieser Predigt stand der Aufruf zur Unterstützung der Armen und Bedürftigen auf der Welt. Die Menschen seien alle viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, je wohlhabender sie seien, beklagte der Papst. In ihrem Leben bleibe kein Platz mehr für andere, für den Nachbarn, für die Armen, für Gott.

«Die Demut Gottes ist der Himmel. Und wenn wir auf diese Demut zugehen, dann berühren wir den Himmel. Dann wird auch die Erde neu», ermahnte Benedikt die Christenheit. «Brechen wir mit der Demut der Hirten in dieser Heiligen Nacht auf zu dem Kindlein im Stall. Berühren wir die Demut Gottes, das Herz Gottes. Dann wird seine Freude uns berühren und die Welt heller machen.»

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