Papst Johannes Paul II. redet Bush ins Gewissen

Aktualisiert

Papst Johannes Paul II. redet Bush ins Gewissen

Die Situation in Irak müsse unter Beteiligung der internationalen Gemeinschaft und der Vereinten Nationen «so schnell wie möglich» normalisiert werden.

Dies sei eine wichtige Voraussetzung für eine rasche Übernahme der Souveränität durch die Iraker und für die Sicherheit im Zweistromland, sagte der Papst am Freitag bei einem Treffen mit US-Präsident George W. Bush im Vatikan. Er sei «sehr beunruhigt über die anhaltenden schweren Unruhen im Nahen Osten, sowohl in Irak als auch im Heiligen Land», sagte Johannes Paul II.

Zuvor hatte Bush in der päpstlichen Bibliothek ein viertelstündiges privates Treffen mit dem Oberhaupt der Katholischen Kirche. US-Aussenminister Colin Powell und Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice berieten derweil mit hohen Beamten des Vatikans wie dem vatikanischen Aussenminister Giovanni Lajolo und Staatssekretär Angelo Sodano.

Der Bush-Besuch in Italien ist begleitet von strengsten Sicherheitsvorkehrungen und Demonstrationen. Rund 10 000 Polizisten sicherten die gesamte Route des Präsidentenbesuches ab, Hubschrauber kreisten über der Hauptstadt. Bereits am Morgen begannen erste Proteste gegen Bush und den Irak-Krieg.

Nach eigenen Angaben errichteten Demonstranten provisorische Strassenblockaden. Auf einer Tiberbrücke im Zentrum der Stadt setzten Jugendliche Autoreifen in Brand. Für den Nachmittag war eine Grosskundgebung mit zehntausenden Teilnehmern geplant.

Anlass des Bush-Besuchs ist der 60. Jahrestag der Befreiung Roms durch US-Truppen. Im Gedenken an die Toten des Zweiten Weltkriegs Krieges sollte Bush am Nachmittag einen Kranz an den Ardeatinischen Höhlen niederlegen, wo die Nazis 335 Zivilisten ermordeten.

(sda)

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