Papst nicht unter den Top 100
Aktualisiert

Papst nicht unter den Top 100

Zum fünften Mal hat das US-Magazin «Time» seine Liste der «100 einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt» veröffentlicht. Im Vatikan sorgt sie für Aufregung: Papst Benedikt XVI. ist darin nicht vertreten.

Für die katholische Kirche ist das Verdikt schwer verdaulich: Erst kürzlich war der Pontifex auf seiner USA-Reise mit allen Ehren empfangen und als grosse Führungspersönlichkeit gefeiert worden. Und nun verweigert ihm ausgerechnet das Nachrichtenmagazin «Time» die Aufnahme in seine Liste der 100 einflussreichsten Persönlichkeiten, die es in seiner aktuellen Ausgabe veröffentlicht hat. Darunter finden sich der Dalai Lama und der orthodoxe Patriarch Bartholomäus I. von Konstantinopel, nicht aber Benedikt XVI.

Der Chef der Vatikanzeitung «Osservatore Romano», Gian Maria Vian, sprach von einer «befremdlichen» und «journalistisch unhaltbaren» Auswahl. Seit mindestens 150 Jahren wirkten Päpste auf der internationalen Bühne, allein «Time» habe nichts davon bemerkt, sagte Vian der italienischen Tageszeitung «La Stampa».

Gelassen reagierte hingegen Vatikan-Sprecher Federico Lombardi: Die Top-100-Liste beruhe auf Kriterien, die einer «Bewertung der religiösen und moralischen Autorität des Papstes absolut fern» seien, erklärte Lombardi laut der Zeitung «Corriere della Sera». Unter diesem Aspekt sage es dem Heiligen Stuhl sehr zu, dass Benedikt XVI. dort nicht genannt werde. Ob der Sprecher damit auf die Tatsache anspielt, dass auf der Liste unter anderem der umstrittene US-Jungstar Miley Cyrus und der für seine Drogenexzesse berüchtigte Schauspieler Robert Downey jr. vertreten sind, liess sich nicht eruieren…

(pbl)

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