Sex und Machtgier: Papst-Rücktritt wegen Schwulen-Netzwerk?

Aktualisiert

Sex und MachtgierPapst-Rücktritt wegen Schwulen-Netzwerk?

Nicht das Alter sei der wahre Grund für den Rücktritt des Papstes, sondern der Bericht der Kommission, die Vatileaks untersuchte. Darin sei viel von Verstössen gegen die zehn Gebote die Rede.

von
bem

«Die Erbsünde existiert, sie manifestiert sich immer in persönlichen Sünden, die zu einer Struktur der Sünde werden können. Wir haben gesehen, dass es im Lager des Herrn immer Zwietracht gibt: Dass es im Netz des Petrus faule Fische hat.» Als der Papst am 11. Oktober aus Anlass des 50. Jahrestags des Konzils des Reformpapstes Johannes XXIII. gedachte, habe keiner seine Worte richtig interpretieren können, schreibt die italienische Tageszeitung «La Repubblica». Doch zwei Tage zuvor sei beim wöchentlichen Treffen des Papstes mit Kardinal Julián Herranz, der im Auftrag des Vatikans die Affäre um gestohlene Dokumente und weitergegebene Informationen untersuchte, erstmals das Wort «Homosexualität» gefallen.

Herranz und zwei weitere Kardinäle hatten seit April unzählige Interviews mit Priestern, Kardinälen und Laien geführt. Das Netz aus Lobbys, das sichtbar wurde, hatten die Kardinäle aufgeteilt nach Glaubensgemeinschaft und Herkunft. Die Jesuiten. Die Lombarden. Die Ligurer. Und an diesem Oktobertag tauchte erstmals eine Gruppe auf, die aufgrund ihrer sexuellen Neigung gebildet wurde. Homosexualität.

Ein Jüngerer soll sich mit dem Sumpf befassen

Als zwei Monate später der Schlussbericht der Kardinäle vorlag, habe Benedikt beschlossen, sein Amt niederzulegen und den Bericht einem Nachfolger zu übergeben, der «hoffentlich jung und stark und heilig» sein werde.

Was gemäss «Repubblica» im Bericht steht, hat die deutsche Wochenzeitung «Die Zeit» so zusammengefasst: «Die Kardinäle sollen ein verborgenes Schwulen-Netzwerk ausgemacht haben, das in Rom und im Vatikan Sex-Treffen organisiert habe. Kurienmitglieder in dem Netzwerk seien durch ihre sexuelle Orientierung erpressbar gewesen.»

Es habe sich «alles um das sechste und siebte Gebot gedreht», zitiert die «Repubblica» einen Insider. Also um unreine Handlungen und Diebstahl. Die unreinen Handlungen hätten in einer Sauna, in einer Villa und in einem Schönheitssalon in der Innenstadt stattgefunden, die Diebstähle betreffen die Vatikanbank und ihre Manager.

Der Vatikan hat eine Stellungnahme abgelehnt.

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